Tagebuch: die Sprecherin – Tunesien V

7 03 2011

Montag, 7. März 2011

Hier werden Kisten gepackt und Pläne kopiert: Morgen ist der Umzug unseres Redaktionsbüros zur ITB Berlin, Halle 6.3, Büro 319. Fünf Tage arbeiten wir dort auf  Hochtouren, wie schon in den Jahren davor. Das ist meine 39. ITB in ununterbrochener Folge.

Viele ‚alte Bekannte‘ sehe ich auf der Messe wieder. So auch Andrea Philippi. Sie ist Pressesprecherin des Tunesischen Fremdenverkehrsamtes. Eine der besten Sprecherinnen, die ich in fast 40 Berufsjahren kennen gelernt habe. Kürzlich, in jenen unruhigen Tagen, war ich mit ihr auf Pressereise in Tunesien.

Andrea ist Einzelkämpferin. Das bedeutet: Sie muss für jeden mitreisenden Journalisten den Flug buchen, ein Bahnticket bestellen, diverse e-mails schreiben, die Quartiere buchen. Dazu war noch ein Dossier zu schreiben: über Tunesien, über Djerba, über den neuen Tourismusminister, über dessen Staatssekretär, über…

Alle mal herhören: Andrea Philippi in Aktion

Während der Reise war die Pressesprecherin nie miesepetrig, sondern – zumindest nach außen – stets gut gelaunt, taff, ohne mit den Journalisten, die ja in der Gruppe öfter schwerer zu hüten sind als ein Sack Flöhe, zu ’streng‘ zu sein. Da wurden auch gern Geschichten am Rande erzählt und auch Sonderwünsche erfüllt. Und als der neue Tourismusminister zur Pressekonferenz lud und danach zum Gespräch in kleinerem Rahmen, da war es wieder Andrea Philipppi, die vom Französischen ins Deutsche übersetzte und umgekehrt, als sei dies das Selbverständlichste der Welt.

Passgenaue Übersetzung - für die Sprecherin eine Selbverständlichkeit

Passgenaue Übersetzung - für die Sprecherin eine Selbverständlichkeit

Selten bin ich so des Lobes voll, wenn es um die Betreuung von Pressereisen geht. Was habe ich nicht schon alles an Pech und Pleiten und Pannen erlebt – und an unfähigen Pressesprecherinnen und Pressesprechern. Da kann ich eine solch runde Leistung nicht genug loben. In meinen Presseseminaren ‚predige‘ ich immer, wie wichtig eine profunde  Betreuung gerade bei Pressereisen ist.

Den Vogel schoss Andrea Philippi ab, als uns eine Gruppe von Soldaten die Zufahrt zum Privathaus von Ben Ali verwehrten, wir wollten dort nur vorbeifahren. Da stieg die Sprecherin aus und verhandelte mit den Soldaten. Wir durften passieren.

 

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