Tagebuch: wie die Kinder… [Bulgarien III]

25 05 2011

Mittwoch, 25. Mai 2011

Voranschicken muss ich: Ich spiele nicht Golf. Flapsig sage ich immer: So alt kann ich nicht werden, dass mir dieser langweilige Sport je gefallen würde. Natürlich weiß ich, dass dies ungerecht ist. Aber ich kann dieser Tätigkeit nun mal nichts abgewinnen. Mit entsprechend gemischten Gefühlen sass ich während der Journalisten-Recherchenreise zum Schwarzen Meer im Bus auf seiner Fahrt zu einem neuen Golfplatz, der in diesen Tagen eröffnet wird. Thracian Cliffs heißt er – und erwies sich als das spannendste, atemberaubendste Projekt der ganzen Reise. Ich denke, ich werde künftig weniger flapsig über Golf und die Golfer reden…

Der Golfplatz erstreckt sich über viereinhalb Kilometer – der Kurs misst sogar 6,6 Kilometer – wie ein schmaler Schlauch die Küste entlang. Seine Fläche: 164 Hektar – das sind 164 Fussballplätze. Oberhalb und unterhalb des Golfkurses verleihen Klippen dem Golfplatz etwas Abenteuerliches, an einem Loch des 18-Loch-Platzes geht es 40 Meter in die Tiefe. Wir alle, d.h. 20 Journalistinnen und Journalisten, waren sich einig: Einen solch spektakulären und atemberaubend schönen Golfplatz haben wir noch nie gesehen. Zwei mitreisende Golf spielende Kollegen versicherten: Auch auf so einem guten, schweren Platz haben sie noch nicht gespielt. Entsprechend viele Golfbälle haben sie im Meer versenkt.

Gary Player heißt der – in Golferkreisen berühmte – Architekt dieses Platzes. Er ist dafür bekannt, dass er mit vielen optischen Täuschungen arbeitet. Das verriet mir Perry Einfeldt, der General Manager von Thracian Cliffs. Auch er ist in der Szene kein Unbekannter: Zwölf Jahre hat er die Golf-Geschicke im deutschen Resort Fleesensee geleitet. Er ist ein sympathischer Mann, der uns bereitwillig und perfekt informierte [die regelmäßigen Leser dieses blogs wissen, dass das auf der Bulgarienreise eine Ausnahme war].

Der Golfplatz, so erzählte Perry, ist von einem bulgarischen privaten Investor ins Leben gerufen worden. Der heißt Georgi Tsvetanski und hat schon 110 Millionen Euro in das Projekt gesteckt. Wir haben auch ihn kennen gelernt. Er wirkt wie ein großer Junge in Cowboykleidern. „Er kommt ohne Bodyguards“, stellt einer unserer Begleiter fest, „also ist er sauber.“

Strände, künftig auch Läden, ein Gourmet-Restaurant, eine Bar, der Pro-Shop, ein Clubhaus  und zahlreiche Appartements, die man mieten oder kaufen kann, gehören zu der Anlage, die in den kommenden Monaten und Jahren noch ziemlich erweitert werden soll [wenn Georgi nicht das Geld ausgeht].

Wir haben die Appartements besichtigt. Wir haben im Gourmet-Restaurant gegessen. Und wir sind in Golf-Caddies über den Platz gebraust. Dabei haben wir uns gefühlt und benommen wie die Kinder – es war einfach herrlich. Diese Stunden waren auch für die Nicht-Golfer ein Erlebnis. Und wie gesagt: so flapsig werde ich nie wieder… Großes Indianerehrenwort.

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