Tagebuch: Staat & Wirtschaft

15 02 2012

Mittwoch, 15. Februar 2012

Das Negative zuerst: Der Raum für die Pressekonferenz war viel zu klein, die Bestuhlung zu eng, einige Kolleginnen zu zickig [nein, nicht meine Lieblingskollegin zur Linken und meine Firmenpartnerin Sabine Neumann zur Rechten].

Das Positive: Das war eine gelungene, informative Pressekonferenz, moderiert von meinem Freund Christian Tänzler [der morgen 50 wird, wie 40 aussieht und…na, lassen wir das]. Thema: „Tourismusbilanz Berlin 2011 – Chancen und Herausforderungen der nächsten Jahre“. Der Ort: Die [fertige] Bibliothek des neuen [noch unfertigen] Hotels Waldorf Astoria. Die Statements waren kurz, aber inhaltsreich. Aus der Presseinformation von visitBerlin – mit meinen Anmerkungen:

Mehr als 22 Millionen Übernachtungen und fast zehn Millionen Gäste – der Tourismus in der Hauptstadt hat 2011 neue Rekordzahlen erreicht. Damit behauptet sich Berlin erfolgreich im internationalen Städte- und Kongresstourismus und hat die Position als Top-3-Reiseziel in Europa – hinter London und Paris und vor Rom – weiter gefestigt. Neue Wirtschaftsimpulse wird der neue Flughafen BER bringen. „Das Interesse am Reiseziel Berlin ist ungebrochen“, sagt Berlins Wirtschaftssenatorin Sybille von Obernitz im Rahmen der heutigen Pressekonferenz im Waldorf Astoria, einem bedeutenden, da stadtbildprägenden, Berliner Hotelneubau 2012.  So kann man es auch nennen – es ist ein scheußlicher, einfallsloser Bau. „Der Tourismus ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige für Berlin und gewinnt weiter an Gewicht.“ Dieser Bereich verzeichnet einen Bruttoumsatz von rund neun Milliarden Euro und hat einen hohen Beschäftigungseffekt – 230.000 Personen leben in Berlin vom Tourismus. Das ist ein großer Erfolg für eine der Schlüsselbranchen unserer Stadt.

Großes Potenzial für die Stadt sieht von Obernitz künftig in der neuen Infrastruktur für Berlin-Besuche: „Der Flughafen BER mit vielen neuen Flugverbindungen wird die Tourismuswirtschaft weiter stärken. 30 Millionen Übernachtungen im Jahr 2020 hält die Branche für realistisch.“ Häufig kommt erst der Tourismus, dann die Investoren: „Der Tourismus transportiert das positive Image Berlins in die Welt und bereitet dadurch das Fundament für die weitere Stärkung des Wirtschaftsstandorts. Der Senat wird den Berlin-Tourismus deshalb in den kommenden Jahren intensiv unterstützen“, ergänzt die Senatorin. Besonderes Augenmerk wird auf den Tagungs- und Kongressmarkt gelegt. Selten hat ein[e] Berliner Wirtschaftssenator[in] ein so klares Bekenntnis zum Tourismus gelegt wie diese Senatorin. Staat und Wirtschaft Hand in Hand.

KiekerBurkhard Kieker, Geschäftsführer von visitBerlin, – er war heute wieder blendend – zum Wachstumskurs der deutschen Hauptstadt: „Mehr als 22 Millionen Übernachtungen zeigen: Die Welt kommt gern nach Berlin. Trotz wirtschaftlicher Krisen in anderen europäischen Ländern reisten wieder mehr internationale Gäste nach Berlin. Die Stadt zeigt sich krisenresistent.“ Vom Flughafen BER erhofft er sich einen Sprung für die Destination: „Der BER ist eine wichtige Etappe auf Berlins Weg zurück zur Weltstadt. Neue Langstrecken-Verbindungen werden dazu beitragen, eine noch erfolgreichere Tourismus-und Kongress-Metropole zu werden.“ Das Drehkreuz BER wird insbesondere die Chancen Berlins bei der Bewerbung für internationale Großveranstaltungen verbessern. Ich bin da skeptischer. Wenn ausländische Besucher die schglechte Anbingung per S-Bahn oder den Taxistreit mitbekommen, denken sie doch, sie seien in der Provinz gelandet.

„Seit Jahren ist die Zahl der Übernachtungen in Berlin gestiegen: 2011 waren es über 1,5 Millionen mehr Übernachtungen als 2010“, sagt Prof. Dr. Ulrike Rockmann, Präsidentin des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg. „Neben den Besuchern aus Deutschland wird Berlin bei internationalen Gästen immer beliebter. 41 Prozent aller Übernachtungen entfielen auf Gäste aus dem Ausland. Die höchsten Zuwachsraten im letzten Jahr weisen Besuchergruppen aus Island, Indien, Russland und Brasilien auf. “ Prof. Dr. Rockmann ergänzt, dass Gäste aus Großbritannien Berlin am zahlreichsten besuchten, gefolgt von Niederländern, US-Amerikanern und Italienern.

Wachstumspotenzial für die Stadt steckt vor allem in den sogenannten BRIC-Märkten (Brasilien, Russland, Indien, China), die von visitBerlin intensiv bearbeitet werden. In diesen Ländern ist eine neue reisefreudige Mittelschicht entstanden, die künftig noch stärker für Berlin begeistert werden soll.

Den Besuchern stehen inzwischen 120.800 Betten zur Verfügung, 7,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die durchschnittliche Hotelbetten-Auslastung lag mit 51,2 Prozent leicht über dem Vorjahresstand (51 Prozent). Jeder Übernachtungsgast gibt während seines Berlin-Besuches pro Tag durchschnittlich 197 Euro aus (Wirtschaftsfaktor 2009) – für das Hotelzimmer, beim Abendessen, im Museum oder beim Shopping.

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