Tagebuch: Fuchtels Traum

12 04 2012

Donnerstag, 12. April 2012

Zehn Tage, nein elf Tage nichts geposted. Na, so etwas. Ich habe mir eine Auszeit gegönnt, ich war in München. Doch davon später…

Heute möchte, nein MUSS  ich etwas Positives erzählen. Gerade habe ich ein Griechenland-Special für touristik aktuell fertig gestellt. Wenn es irgendeinen Zweifel daran geben sollte, dass die Griechen sich sehr bemühen, ihre Situation zu verbessern: Im Tourismus werden sie widerlegt. Die Griechen warten auf uns. Es gibt keine Deutschfeindlichkeit in Griechenland – nur ein paar durchgeknallte Zeitungsleute. Die gibt es auch hier.

Beide Seiten tun viel, um ihr Verhältnis zu verbessern. Hier mein Bericht darüber, der am Ostersonntag im „Tagesspiegel“ erschienen ist:

Bleiben Griechenlands Strände dieses Jahr leer?

Manchmal macht Hans-Joachim Fuchtel den Eindruck, als sei er selbst erstaunt, was da so alles läuft zwischen Deutschland und Griechenland. Während an der Medienfront auf beiden Seiten mit harten Bandagen gekämpft wird, spielt sich völlig geräuschlos hinter den Kulissen ein Erfahrungsaustausch ab. „Know-how-Transfer“ nennt Fuchtel das. Dieser hilft den Griechen nachweisbar, wirtschaftliche Detailprobleme zu lösen, auch im Tourismus, eine der wichtigsten und noch stabilsten Säulen der Wirtschaft.

Hans-Joachim Fuchtel ist parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Schon diese Arbeit ist in einem Acht-Stunden-Tag nicht zu bewältigen. Seitdem Bundeskanzlerin Angela Merkel den Parteifreund vergangenen November zum „Beauftragten für die Deutsch-Griechische Versammlung“ machte, ist die Freizeit des Politikers perdu. Die Deutsch-Griechische Versammlung ist ein Netzwerk, in dem deutsche und griechische Landkreise, Städte und Gemeinden, Experten und Unternehmen zusammen arbeiten. „Die guten Erfahrungen, die wir mit der Wiedervereinigung gemacht haben, geben wir jetzt weiter“, sagt Fuchtel pragmatisch.

Wie das aussehen kann, hat jetzt der Besuch einer Delegation der südägäischen Inseln – zu denen die Kykladen und Rhodos gehören – in Berlin gezeigt. Mit Ioannis Maxairidis, dem Gouverneur der Region, an der Spitze, klopften Vertreter der Regionalverwaltung und der Tourismusbranche an vielen Türen an. Da war zuerst der Deutsche ReiseVerband (DRV), in dem zwar nicht alle, aber doch die meisten Griechenland-Anbieter organisiert sind. Die Griechen suchten Antwort auf die Frage, die ihnen unter den Nägeln brennt: Was können griechische Gastgeber und deutsche Veranstalter tun, damit der Griechenland-Tourismus wieder an Fahrt gewinnt? Das vorige Jahr brachte den Griechen ein Plus deutscher Gäste von zehn Prozent. Jetzt liegen die Buchungen 20 bis 25 Prozent unter dem Vorjahresniveau. DRV-Hauptgeschäftsführer Hans-Gustav Koch versicherte der Delegation einerseits, dass die deutschen Veranstalter voll auf die Griechenland-Karte setzen und ihr Angebot eher ausgebaut denn zurückgefahren haben. Andererseits konnte er die Griechen nur vertrösten: „Je näher die Sommerzeit rückt, desto mehr Deutsche buchen doch noch Griechenland…“

Konkreter wurden die Ratschläge beim Studienreisen-Veranstalter Gebeco, den die Delegation in Kiel besuchte. Sie wollte wissen, wie sie ihr Angebot für anspruchsvollere Gäste verbessern können. „Wir haben ihnen gesagt, dass die Infrastruktur verlässlicher sein muss“, bringt Gebeco-Geschäftsführer Ury Steinweg den „stundenlangen und sehr lebhaften Gedankenaustausch“ auf den Punkt: Öffnungszeiten der Ausgrabungsstätten, Fährverkehr, Flugverbindungen.

Beim Besuch verschiedener Küstenstädte Schleswig-Holsteins löcherte die Delegation vor allem Vertreter deutscher Inseln mit Fragen. Dabei stießen die Griechen erst auf Skepsis (ein Gesprächspartner: „Warum hilft das Ministerium den Griechen? Die deutschen Touristen sollen auf unsere Inseln kommen…“), doch dann schnell auf Hilfsbereitschaft. „Inseln sind Inseln“, sagt Ioannis Maxairidis, „wir haben alle ähnliche Probleme.“ So fachsimpelten sie über die Optimierung des Fährverkehrs zur Hochsaison, über Segeltourismus und über Abfallbeseitigung und erneuerbare Energie.

Ioannis Maxairidis [links] und Staatssekretär Fuchtel

Ein konkretes Ergebnis verkündete Maxairidis am Ende der Besuchswoche: „Wir wissen jetzt, wie wir die Fährverbindungen erheblich verbessern können.“ Auch der Staatssekretär überraschte mit einer Neuigkeit: Die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung und die Friedrich-Ebert-Stiftung (SPD), seit 2005 nicht mehr in Hellas vertreten, eröffnen dort wieder Büros, um sich aktiv am Know-how-Transfer zu beteiligen. Auch die Heinrich-Böll-Stiftung der Grünen zieht mit. „Sie sehen“, freut sich Fuchtel, „wir sind über die Shake-Hands-Phase längst hinaus.“

 

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