Tagebuch: die Warnung

27 06 2012

Mittwoch, 27. Juni 2012

Übungskoffer im neuen Flughafen Schönefeld, dessen Eröffnun noch lange auf sich warten lässt…

In deren Haut möchte ich nicht stecken: Immer wieder müssen die beiden Pressesprecher der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH Presseerklärungen herausgeben, die nichts anderes als „Zurückweisungen“ sind, also Dementi. Beide schätze ich eigentlich sehr, wegen ihrer Redlichkeit und ihres Fachwissens. Aber nun frage ich mich immer häufiger, ob sie wider besseren Wissens dementieren. Oder anders gesagt: ob sie gezwungen werden, solche Dementi zu verfassen wie in den letzten Tagen.

Schlimm genug, dass das Flughafen-Projekt erst einmal in den märkischen Sand gesetzt worden ist. Dass die Kosten explodieren. Dass viele Berliner und Brandenburger ihre erhoffte Stelle [erstmal] nicht antreten können. Dass Firmen geschädigt sind. Dass Fluggesellschaften ihre Expansionspläne, die sich Berlins Regierender so herbeigesehnt hatte, nicht realisieren können. Jetzt wird auch noch um Bonizahlungen in schwindelerregender Höhe gestritten.

Merkt denn in der Verwaltungsetage der Flughafengesellschaft niemand, dass man den enttäuschte Berlinern und Brandenburgern nicht klarmachen kann, warum Flughafenmanager wie Prof. Dr. Rainer Schwarz [kleines Foto] überhaupt eine Bonuszahlung verdient haben? Ganz gleich, für welches der Jahre 2012, 2011, 2010? Wie ist einem Mann, der am Band eigentlich den Koffertransport kontrollieren sollte [und jetzt keine Stelle hat!] zu erklären, dass die Verursacher der Pannenserie höhere Bonuszahlungen erhalten, als er im Jahr verdient hätte?

Dadurch, dass die beiden Flughafensprecher Dementi der Art wie heute [s. unten] verbreiten müssen, statt Erfolgsmeldungen herausgeben zu können, werden sie ‚verbrannt‘.

Erst recht, wenn sie ihre „Pressemeldung“ mit dem Satz schließen [müssen]: „Die Flughafengesellschaft warnt vor Falschberichterstattung.“ Was, wenn DOCH falsch oder angeblich falsch berichtet wird? Kriegen die Zeitungsleute künftig Haue von den Flughafenmanagern, wenn sie etwas schreiben, was diesen nicht genehm ist – und das diese dann prompt zur „Falschberichterstattung“ erklären? Kleine Nachhilfe für die wackeren beiden Pressesprecher: Sollte die Presse mit ihrer „Falschberichterstattung“ gegen den Pressekodex verstoßen, ist eine Beschwerde beim Deutschen Presserat angebracht. Sollte sie  aber mit ihrer Berichterstattung eine strafgesetzliche Grenze überschreiten [Verleumdung, Ehrverletzung undsoweiter…], ist ein Gang zum Kadi angesagt. Eine solche Warnung aber ist schlicht – albern.

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