Tagebuch: unterirdisch – Vilnius II

25 07 2012

Mittwoch, 25. Jui 2012

Schöne Städte suchen sich die Baustein-Veranstalter der Rewe Touristik – also Dertour, Meiers’s Weltreisen und ADAC Reisen – immer aus, um ihre neuen Programme vorzustellen. Vor einem Jahr war das Krakau, danach Toledo [wo ich nicht mit war], diesmal Vilnius.  Die Hauptstadt Litauens, in der rund 550.000 Menschen leben, besitzt eine der ausgedehntesten Altstädte Europas – und eine der besterhaltenen. Barock spielt in der zum Unesco-Weltkulturerbe gehörenden Stadt die Hauptrolle, aber auch viele gotische und Renaissance-Bauten und klassizistische machen den Reiz der Stadt aus. Ich liebe solche Vergleiche nicht, weil sie die betreffende Stadt desavouieren [Dresden als „Elbflorenz“ ist eben nicht Florenz…], aber Vilnius wird „Rom des Ostens“ genannt: 50 Kirchen besitzt die Stadt.

50 Kirchen besitzt Vilnius…

…eine davon ist die Kathedrale Sankt Stanislaus

Eine davon ist die Kathedrale Sankt Stanislaus mit wunderbarem klassizistischen, abseits der Kirche stehendem Glockenturm. Für meinen Geschmack haben wir bei der Stadtführung zu viel Zeit in der Krypta der Kathedrale verbracht [s. kleines Foto] – ein Unding, wenn die Krypta die erste Station der Führung ist. So ging viel Zeit für andere schöne Gebäude verloren; die gotische St. Annen-Kirche beispielsweise, nur ein Beispiel von vielen, haben wir nicht besichtigt. Aber wenigstens die Burgruine von Gediminas haben wir besichtigt, immerhin etwas.

Ein Besuch im KGB-Museum war nicht eingeplant, auch nicht der Fernsehturm, der zur Wendezeit heiß umkämpft war.

Ich habe mich an Krakau erinnert, wo ich von der Stadtführung mehr als begeistert war – Auszüge aus dem Tagebuch vom 22. Juli vorigen Jahres: Eine solche Gästeführerin ist ein Göttergeschenk. Sie heißt Sylwia Jeruzal, redet ‘mit Händen und Füßen’, spricht hervorragend Deutsch und hat eine der Journalistengruppen geführt, die auf Einladung der Rewe-Bausteingruppe in Krakau weilten. Sylwia hielt sich nicht mit der Aufzählung sämtlicher polnischer Herrscher auf, präsentierte nicht jedes Kunstwerk im Detail, setzte eigene, ganz persönliche Akzente. Immer wieder ließ sie sich von ihren eigenen Schilderungen mitreißen, dann entfuhr ihr ein “Wahnsinn”.  Aber einen Tag später erlebte eine unserer Gruppen dasselbe Desaster wie diesmal in Vilnius: Unsere Fremdenführerin war bei weitem nicht so gut wie die vom Vortag [s. Tagebuch vom 22. Juli: Veit Stoß, Krakau II]. Wenn sie ihr Ziel erreicht hatte [OHNE uns vorher zu sagen, was denn die nächste Station auf der Führung ist] , redete sie los – unabhängig davon, wie viele Teilnehmer der Gruppe ihrem Fast-Laufschritt folgen konnten. Schnell machte der Spruch die Runde: “Wir sind auf einer Pressereise, nicht auf der Flucht…” Das umfangreiche Wissen der Führerin zweifle ich nicht an, aber Geschick im Führen einer Gruppe hatte sie nicht.

Schade! Aber einen Tag später erlebten wir einen Ausflug vom Feinsten. Davon in der nächsten Tagebuch-Notiz…

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