Tagebuch: Land im Schatten

31 07 2012

Dienstag, 31. Juli 2012

Den Unterschied zwischen Wessis und Ossis kennt Ingrid Sorat, Leiterin der Slowakischen Zentrale für Tourismus in Berlin, ganz genau. Den erfährt sie immer wieder auf Messen und Ausstellungen: „In den neuen Bundesländern weiß man Bescheid über uns, in den alten werden wir gefragt: Slowakei – wo liegt dann das?“ Häufig werde das Land auch mit Slowenien und Tschechien verwechselt.

Kein Wunder, dass Ingrid Sorat einen Herzenswunsch hat: Dass ihr kleines Land „endlich aus dem Schatten herauskommt“ und von allen Deutschen als interessante Reisedestination wahrgenommen wird. Sie knüpft große Hoffnungen an das kommende Jahr. Da rückt Kosice als eine der beiden Kulturhauptstädte Europas das Land etwas mehr in den Fokus. Außerdem ist die Slowakei im kommenden Januar Partnerland der Internationalen Messe für Caravan, Motor und Touristik (CMT) in Stuttgart, und der Weinwettbewerb „Concours Mondial de Bruxelles“ gastiert im Mai mit mehr als 8.000 Weinen und 320 Profitestern in Bratislava.

Apropos: Bratislava, das alte Preßburg, Krönungsstadt der ungarischen Könige, hat sich klammheimlich zur „schönen Unbekannten“ (Sorat) gemausert und schickt sich an, unter Städteurlaubern als In-Ziel gehandelt zu werden. Dass hat allerdings dazu geführt, dass die Stadt an der Donau zu einer der teuersten Städtedestinationen in Europa avanciert ist. Besucher machen das, was auch Ingrid Sorat tut, wenn die Rede auf Bratislava kommt: Sie geraten ins Schwärmen.

Die Slowakei ist aber weit mehr als Bratislava. Das kleine Land, mit knapp 50.000 Quadratkilometern nur ein Siebtel so groß wie Deutschland, besitzt neun Natur- und Nationalparks, 200 Burgen und Schlösser, 12.000 Kilometer markierte touristische Wanderwege und 6.400 Radwege – an Flüssen entlang und in den Bergregionen. Das höchste Gebirge des Landes ist die Hohe Tatra, das „kleinste Hochgebirge der Welt“. Als herrliches Wanderrevier gilt die Niedere Tatra. Und nicht zuletzt locken 23 Kurorte wegen ihres guten Rufs und des hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnisses auch viele deutsche Gäste an. Gut 10.000 waren es letztes Jahr. „Wir haben alles, nur kein Meer“, sagt Ingrid Sorat, „das Wasser liegt bei uns unter der Erde.“ Und sie scherzt: „Wo auch immer bei uns ein Loch gegraben wird, kommt Thermalwasser heraus.“

Rückblick 1: Eine 70-prozentige Auflagensteigerung hat die Zeitschrift „Titanic“ mit ihrem Pabst-Titelbild erzielt.

Rückblick 2: Die MS „Deutschland“ fährt [vorerst] weiter unter deutscher Flagge; der Besitzer hat sich dem großen Protest-Druck gebeugt.

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