Tagebuch: der Glasbläser – Wiechlice III

4 11 2012

Sonntag, 4. November 2012

Die Kunst des Glasblasens hat mich schon immer fasziniert. Ein alter Freund, Pete Hunner, ist Glasbläser auf Bornholm. Auch andere Glasbläser habe ich kennen gelernt. Was ich aber jetzt in Polen gesehen habe, fiel völlig aus dem Rahmen. Doch der Reihe nach:

Pawel Borowski

 Czmuda, der Schlossherr von Wiechlice, kennt viele, viele Leute. Er brannte förmlich darauf, mir ein paar seiner Kontakte zu zeigen. Also fuhren wir nach Bolesławiec – uns besser als Bunzlau bekannt, die Stadt der berühmten Bunzlauer Keramik. Zwischen Bolesławiec und dem Nachbarörtchen Tomaszow Boleslawiecki liegt die Glashütte Borowski. Sie ist in einem über hundert Jahre alten Gebäude untergebracht, das nach dem Krieg einer LPG gehörte und sehr heruntergekommen war, als die Familie Borowski 1991 das Gebäude kaufte. Der erforderliche Anbau ist stilgerecht errichtet worden.

Die  Borowskis gingen in den frühen 80-er Jahren nach Deutschland und unterhielten 1988 und 89 eine Glashütte in Nordrhein-Westfalen. Zwei firmeneigene Läden verkaufen heute in Deutschland Borowski-Glas, davon einer auf Sylt. Die Glashütte bei Bunzlau darf besichtigt werden, ein faszinierender Ausflug von Palac Wiechlice. Herzlich empfingen uns der fließend Deutsch sprechende Besitzer Pawel Borowski, seine Frau, sein Vater, der Seniorchef, und seine Mutter. Größer als die Schar der Glasbläser ist die Zahl der Mitarbeiter, die mit der Nachbereitung befasst sind. Denn die Glashütte produziert nicht „normales“ Glas – Trinkgläser, Schalen usw. -, sondern merkwürdige Gebilde mit bunten Schnäbeln, Stummelflügen und Kugelbauch.

Ungewöhnlich: Viele der Glasgebilde sind zur Außenaufstellung konzipiert und können beleuchtet werden. Die Gebilde sind gewiss nicht jedermanns Geschmack, eher Kunsthandwerk als Kunst, aber auf jeden Fall originell.

Eine Wunderwelt ist der Shop, der unter dem Dach der Glashütte die eigenen Produktionen verkauft. Die wundersamen Gebilde sind erschwinglich. Es gibt auch preiswerte Ware zweiter Wahl – nur Perfektionisten würden die kleinen Fehler erkennen.

Alles in allem: ein herrlicher Ausflug. Zbigniew Czmuda war auf seinen Freund Pawel und dessen Manufaktur ganz stolz – zurecht!

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