Tagebuch: eine Prise Leichtigkeit

3 01 2013

Mittwoch, 2. Januar 2013

Feuerwerk

Allen Lesern dieses blogs, den regelmäßigen und den eher zufälligen, wünsche ich für das neue Jahr viel Glück. Glück – das ist für mich Liebe, Zuwendung, Fröhlichkeit, Gesundheit. Vor allem: eine gewisse Leichtigkeit des Seins – so wie sie Kundera beschrieben hat. Manchem erscheint sie unerträglich, ich halte sie für äußerst erstrebenswert. Erreicht habe ich sie nur in lichten Momenten.

Aber im Moment könnte ich sie gut gebrauchen. Heute war der Umzug. Den Spruch „Dreimal abgebrannt ist besser als einmal umgezogen…“ habe ich immer für dämlich gehalten. Heute weiß ich, was er bedeutet. 150 Umzugskisten, all die Möbel… Aber der Umzug an sich war gut. Die Sechs-Mann-Truppe war ausgesprochen nett. Kein rauher Ton, wie ich ihn von anderen Umzügen kenne. Diese Firma kann ich nur empfehlen. Tipps gebe ich über meine Handy-Nummer 0174/321 78 94!

aaa

Apropos: Das ist meine zehnte Wohnung, seit ich aus meinem Elternhaus ausgezogen bin. Die achte in Berlin immerhin… Acht Wohnungen in 40 Jahren. Mir war gar nicht bewusst, wie wenig sesshaft ich bin. Die neue Wohnung liegt im gleichen Berliner Bezirk wie die alte: in Wilmersdorf. Der Steinrückweg [Nummer 4, 14197 Berlin] ist eine ruhige Seitenstraße des Südwestkorsos. Die U-Bahn-Station Breitenbachplatz liegt praktisch vor der Haustür. Ich bin dabei, den Kiez zu entdecken. Im benachbarten „nah & gut“-Laden geht es zu wie auf dem Land: Schwätzchen, Freundlichkeit, kaum Hektik. Leute, auch das ist Berlin!

bbbAber die Enge in meiner neuen Wohnung. Auf kleiner Fläche stapeln sich 150 Umzugskartons. Alle sind numeriert. Ich weiß, in welchem Karton meine Hemden sind, wo meine Schuhe, wo ein Business-Anzug, wo welche Akten. Nur weiß ich nicht, wo die Kartons stehen. Das wird noch heiter. Das ist nur zu bewältigen mit einer gewissen – Leichtigkeit des Seins. Die Fotos in diesem blog stammen aus der alten Wohnung, kurz vor dem Umzug. Da gab’s noch doppelt so viel Platz.

Folglich muss ich abnehmen. Das ist KEIN guter Vorsatz. Ich verzichte in diesem Jahr auf gute Vorsätze. Den Jahreswechsel habe ich alleine vor dem PC verbracht. Im Fernsehen lief auf allen Kanälen so viel Schwachsinn, dass ich kurzzeitig am Verstand der Programm-Macher und der TV-Zuschauer verzweifelte. Und Ulli Zelle muss ich auch nicht haben, der mir zum neuen Jahr alles Gute wünschte. [Für Nicht-Berliner: Ulli Zelle ist so alt wie der Rundfunk in Berlin, und was er sagt, könnte ich automatisch daherbeten. Er ist kein schlechter Moderator und Reporter, aber er macht aus der Hauptstadt ein piefriges Dorf.]

ccc

Zumindest habe ich am ersten Tag des neues Jahres keinen Kater gehabt. Auch etwas! Nur erstaunlich starken, nagenden Abschiedskummer: meine süße Freundin Püppi und ihre [auf andere Art nicht weniger süße] Mama sind am Silverstermorgen wieder zurück nach München gefahren. Auch diese Abschiede ertrage ich nur mit einer gewissen Prise Leichtigkeit…

Meine Kinder, drei Jungs und eine Tochter, haben mir bei der Vorbereitung des Umzugs und beim Umzug sehr geholfen. Ob sie ahnen, wie sehr ich sie liebe – jedes „Kind“ auf seine Art, alle ganz unterschiedlich… Nun will ich nicht sentimental werden. Ich bin erschöpft und emotional etwas aus dem Gleichgewicht.  Folgen eines Umzugs halt…

Bleiben Sie/bleib Du mir gewogen.

Advertisements

Aktionen

Information

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s




%d Bloggern gefällt das: