Tagebuch: Schloss für die Liebe

14 02 2013

Mittwoch, 14. Februar 2013

Seit Wochen werde ich überschwemmt mit touristischen Angeboten zum Valentins-Tag. Da erhalten Verliebte 20 Prozent Rabatt [dafür kann ja jeder eine wildfremde Person mal kurz umarmen], da dürfen die Damen auf einer Fähre umsonst futtern, da werden Gutscheine zum Valentinstag verschleudert oder gar verschenkt. Die letzten Angebote zum Valentinstag kamen heute. Ist ja in Ordnung, schließlich sitzen ja so viele Paare auf gepackten Koffern und warten darauf, dass solche Reisepakete im Radio verlesen werden.

Valentinstag_web_BildDer Valentinstag ist – in unseren Breiten – nichts anderes als ein Geschäft. Wer das bei seinen Marketingplänen berücksichtigt, was legitim ist, sollte sich etwas wirklich Originelles ausdenken. Die meisten Reiseangebote zum Tag der Verliebten [dazu sage ich gleich noch etwas ] sind dümmlich. Und das ist peinlich. So peinlich wie die heutige Ankündigung von Karlsruhe, auf der ITB einen papierlosen Tag zu zelebrieren und nur elektronisch zu informieren. Eine prächtige Idee, nur um „in die Zeitung“ zu kommen. Denn wäre den Karlsruhern wirklich etwas an der Umwelt gelegen, würden sie einen komplett papierlosen ITB-Auftritt wagen. Aber dazu müssten sie sich etwas mehr einfallen lassen als heiße Luft.

 Nein, ich bin nicht schlechtgelaunt.

L

 Zum Tag der Verliebten: Braucht ein Paar – ganz gleich ob Mann/Frau, Mann/Mann oder Frau/Frau – einen solchen Tag? Es gibt doch noch 364 weitere Tage, um sich zu zeigen, dass man sich liebt… Der Valentinstag, der über England und Amerika nach dem Krieg mit den GIs zu uns kam, ist so überflüssig wie der Muttertag. Dennoch wird er gerade von jungen Paaren regelrecht gefeiert. Im schlimmsten Fall mit dem Anbringen eines Liebesschlösschens an einer Brücke.

L3Das Ritual ist europaweit gleich: Das Paar nimmt ein kleines Vorhängeschloss – in der Luxusausführung mit eingravierten Namen – und befestigt es an einer Brücke. Symbol: Der Fluss als Sinnbild des Lebens. Nach dem obligaten Kuss wird dann der Schlüssel in den Fluss/Strom/Bach geworfen. Da liegt er dann und rostet vor sich hin, während die Liebe vielleicht schon längst zerbrochen ist.

In Berlin ist die Weidendammer Brücke ein solches Objekt der Liebesbekundung. Das kleine Bild [rechts] ist in München auf einer Isarbrücke entstanden, das große [oben] in der ungarischen Stadt Pécs. Im Kiosk gleich nebenan werden neue Liebesschlösschen verkauft.

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