Tagebuch: Bayern & Griechen

31 03 2013

Ostersonntag, 31. März 2013

Ostern in München. Dauerregen, der Patina und Charme der Landeshauptstadt fast abgewaschen hat. Wie immer, wenn’s in solchen Situationen möglich ist, flüchte ich mich ins Museum. Die Neue Pinakothek besuche ich eh jedes Mal, wenn ich in München bin. Ich gehe dann durch alle Räume und sage den Bildern guten Tag. Da ich zur Zeit wieder am Griechenland-Special für touristik aktuell arbeite, das ich seit zwei Jahrzehnten betreue, habe ich diesmal besonders ein Auge auf alles Griechische.

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Peter von Hess: Ottos Empfang in Athen

Der erste griechische König, Otto I., war ein Wittelsbacher, Sohn des Bayerischen Königs Ludwig I. Seiner Wahl ging ein ziemliches Ringen und Handeln hinter den Kulissen voraus. Erst 17 Jahre war Otto I. – der sich übrigens wegen der vielen noch im Osmanischen Reich lebenden Griechen nur „König von Griechenland“, aber nicht „König der Griechen“ nennen durfte , als er 1832 in der damaligen griechischen Hauptstadt Nauplia einzog. Im Gefolge befand sich neben vielen Bayerischen Soldaten, Architekten und Stadtplanern ein Bierbrauer namens Fuchs; dessen Sohn gründete später die berühmte griechische Biermarke Fix.

Den Einzugs des jungen Königs in Nauplia und seinen Empfang in Athen hat der Maler Peter von Hess 1839 in monumentalen Gemälden festgehalten, die von der Pinakothek 1878 aus dem Nachlass des griechischen Königs erworben wurden. In diesen Gemälden können Museumsbesucher versinken und haben noch längst nicht alle Details gesehen. Ich bedaure immer, dass an den Bildern keine Hinweise hängen: Wer hat das Bild in Auftrag gegeben, wie lange hat der Maler daran gearbeitet…

m2In einem anderen Fall sind alle diese Bedingungen erfüllt: bei Carl Rottmanns Bilderzyklus „Die Landschaften Griechenlands“. Ludwig I. hatte die 23 Wandbilder in Auftrag gegeben. Sie sollten der Festigung der Beziehungen zwischen Bayern und Preußen dienen und von Ludwig I. LKiebe zum antiken Griechenland künden. Zur Vorbereitung des Großauftrags unternahm der Maler eine einjährige Studienreise durch Griechenland und machte sich von 1838 bis 1850 an die Arbeit. Es war nicht die von der osmanischen Besatzung und den Befreiungskriegen zerstörte Landschaft, die er malte, sondern ein Arkadien [kleines Bild: Theben].

m3Für die auf transportablem Mörteluntergrund gemalten Kunstwerke, die eigentlich im Freien  in den Hofgartenarkaden aufgestellt werden sollten, wurde in der Neuen Pinakothek ein eigener Saal eingerichtet. Er ist nur noch im Modell zu besichtigen, denn er wurde im letzten Krieg zerstört. Die Wandbilder aber hängen in einem neuen, wesentlich schlichteren Saal.

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Ich verlasse die Neue Pinakothek – und bin mit dem Regen versöhnt…

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