Tagebuch: Mr. Griechenland

18 04 2013

 Donnerstag, 18. April 2013

Wenn einer die Höhen und Tiefen im Griechenland-Tourismus hautnah gespürt hat, ist das Michael Karavas, Gründer und Chef des Spezialveranstalters Attika Reisen. Er glaubt nicht nur, dass seine Heimat als touristische Destination eine Renaissance erlebt, sondern er weiß das: Momentan liegt das Buchungsplus seines Unternehmens bei 40 Prozent. „Wir spüren stärker als die Mitbewerber, dass die Deutschen wiederkommen“, freut er sich, „aber wir hatten als Spezialist auch die stärksten Rückgänge.“ Karavas - zu AttikaDie letzten Jahre, so Karavas, „waren das absolute Drama“. Er schätzt, dass es ein, zwei Jahre dauern wird, bis die Buchungen wieder das Niveau des Vor-Krisenjahres 1999 erreichen werden, nämlich 40 bis 45.000 Paxe. Im Gegensatz zum Vorjahr, als die ab Juli/August wieder verstärkt einsetzende Nachfrage wegen gekürzter Flugkontingente zu griechischen Zielen nur teilweise bedient werden konnte, sind „die Flugkontingente zur Sommersaison vernünftig geplant und können bei Bedarf möglicherweise auch erhöht werden“.

Dass Karavas in der Branche auch „Mister Griechenland“ genannt wird, verdankt er seinem fast 40-jährigen Engagement als Griechenland-Spezialist („wir sind absolute Champions für Kykladen und Sporaden“) und seinem Ehrgeiz, in seinem Katalog „jedes Jahr 60 neue Sachen“ zu präsentieren. So wurden jetzt die Inseln Astipalea und Skyros neu ins Programm aufgenommen. Das Kreuzfahrtenprogramm wurde um zwei individuelle Kreuzfahrten mit Louis Cruises erweitert, und zwar um jeweils eine Kombination aus Kreuzfahrt und Hotelurlaub, die so nur bei Attika buchbar ist. Neu ist auch eine einwöchige Busrundreise mit dem Titel „Kulinarisches Kulturerlebnis“ , so ebenfalls nur bei Attika buchbar . Zudem wurde das Programm um über 70 neue Hotels erweitert. 46 davon sind im Katalog zu finden, der Rest im Internet. Karavas: „Im Internet bieten wir jetzt besonders preisgünstige Hotels in der Budget-Kategorie an.“

Kreta - Rimondi-Brunnen in Rethymnon

Rimondi-Brunnen in Rethymnon/Kreta

Attikas Kunden sind die Gruppe 50 plus – internet-affin sind sie nicht: Nur sechs bis sieben Prozent der Buchungen werden via web abgewickelt. Der größte Teil bucht im Reisebüro. Damit Expedienten korrekte Auskünfte über die mitunter recht komplizierte griechische Urlaubswelt geben können, legt Karavas großen Wert auf seine Beratungs-Hotline.

Persönlich ist Karavas ein Fan der Kykladen; auf einer der Inseln besitzt er ein Haus: „Ich kann nicht fern vom Meer leben.“ Als Pendler zwischen zwei Welten versteht Michael Karavas auch die deutschen Ressentiments gegen griechisches Finanzgebaren. „Die Kritik ist berechtigt“, räumt er ein, „das war seit Jahren ein korruptes System.“ Dies sei allerdings nur von 15 Prozent der Bevölkerung aufrechterhalten worden – „die waren Nutznießer, und 85 Prozent der Griechen haben darunter gelitten.“ Nicht gut zu sprechen ist der temperamentvolle Touristiker auf „die Presse, die alles in einen Topf geworfen hat“. Seine Formulierung von der „gleichgeschalteten Berichterstattung“ hat ihm viel Ärger gebracht. Heute lacht Karavas darüber – wie er sich überhaupt nicht gerne bei so ernsten Themen aufhält. Viel lieber spricht er von Marketing- und Servicemaßnahmen, die sein Unternehmen vielleicht von Mitbewerbern unterscheiden.

Kreta - venezianischer Brunnen in Spili

Venezianischer Brunnen in Spili auf Kreta

So bringt er auf Kreta z.B. auf eine Distanz von 80 bis 85 Kilometern die Gäste per Taxi ins Hotel, der Transfer ist im Preis inbegriffen. Listig fügt Karavas hinzu: „Ich sage im Katalog, der Taxitransfer kostet so und so viel – und wer ein Auto mietet, erhält den Taxipreis zurück.“ Karavas hält das für ein unwiderstehliches Angebot: „Bei Autos sind wir mit den Preisen fast unschlagbar.“ Da kommt der Kaufmann durch…

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