Tagebuch: Der Besuch im Zoo

28 04 2013

Sonntag, 28. April 2013

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Eintritt für Erwachsene: 13,50 Euro, für Kinder 6,50 Euro. Wenn der Hunger zuschlägt: eine Wurst mit Pommes frites 7,50 Euro. Eine kleine [!] Flasche Cola: 3,50 Euro. Angehender Millionär muss sein, wer als Familienvater mit Gattin und Gören den Berliner Zoo besucht.

9Ich beklag‘ mich nicht persönlich, für mich ist mit Presseausweis der Eintritt frei. Ich meckere auch nicht – wie es zurzeit in Berlin so Mode ist – am Zoo herum. Dafür schätze ich diese Einrichtung allzu sehr. Jahrelang habe ich für den damals noch existierenden Sender Freies Berlin [SFB] Zooreportagen gemacht. Ich kenne mich also ziemlich gut aus mit dem Weltrang des artenreichsten Zoos auf dem Globus. Die wöchentlich ausgestrahlte Rundfunk-Sendung hieß „Freundschaft mit Tieren“ – nun, den Namen hatte ich nicht erfunden.

10Also, kein Gemeckere. Aber ein paar Gründe zur Kritik gibt’s schon. Zum Beispiel taucht auf dem Zoogelände das Wort „verboten“ zu oft auf. Das kann man auch netter ausdrücken.

Gestern war ich mit meinen Enkeln im Zoo, mit Henrik [8] und Philip [3 ½]. Der Zoo war gut besucht, sehr gut sogar. Ein wahrhaft babylonisches Sprachengewirr herrschte, es war faszinierend: Deutsch und Englisch war zu hören, Französisch, Russisch und Italienisch, Polnisch, Griechisch und Russisch, Türkisch, Russisch und Dänisch. Und in welcher Sprache ist die Beschilderung im gesamten Zoobereich gehalten? In Deutsch. Ausschließlich. Und das in der Hauptstadt. Peinlich, peinlich…

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8Von einem modernen Informationssystem ist die Beschilderung ohnehin meilenweit entfernt. Aber das ist ein weites Feld. Mehrsprachigkeit, bessere grafische Gestaltung, die Möglichkeit, per Smartphone kurze Filmsequenzen abzurufen – vieles ist machbar. Die Frage ist natürlich auch, wie solch ein modernes Informationssystem bezahlt werden soll…

Zurück zum Museumsbesuch. Die beiden Enkel, die süßen, erklärten den Spielplatz – der auch wirklich fantasievoll und fantastisch ist – und die mittäglichen Pommes frites zu den absoluten Höhepunkten des Besuchs. Erst dann kamen die Löwen, die Pinguine und die Elefanten.

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