Tagebuch: Wenn ich reich wäre…

20 06 2013

Donnerstag, 20. Juni 2013

Wenn ich reich wäre… Ja, wenn ich reich wäre, gehörte die Galerie Thomas Modern in München zu meinen bevorzugten Shopping-Adressen. Ich bin öfter in München und schon so oft an dem Haus in der Türkenstraße vorbeigekommen, in dem diese Galerie – und auch die Galerie Wittenbrink -untergebracht ist. Obwohl mir das nötige Kleingeld fehlt, habe ich beiden Galerien diesmal einen Besuch abgestattet.

DSCN0136

In der Galerie Thomas Modern wurde ich von einer drallen Botero-Plastik [kleines Foto] und einer freundlichen jungen Dame begrüßt. Überhaupt war alles Personal dieser Galerie sehr freundlich und zugänglich, was mir gefiel – und mir natürlich auch gefallen würde, wenn ich reich wäre. Denn wenn ich eins nicht leiden kann, ist das Hochnäsigkeit.

DSCN0133

Die Räume der Galerie sind großzügig, und die Hängung der zum Verkauf stehenden Bilder […wenn ich doch nur reich wär‘…] verrät Könnerschaft. Als erstes fiel mir ein großformatiges Bild von Marc Quinn ins Auge: Labrador Sound Thaw mit herrlichen floralen Motiven, faszinierender Auftakt zur Sommerausstellung der Galerie. Aber wohin damit in meiner kleinen Wohnung? Denkfehler: Wenn ich reich wäre, hätte ich ja auch eine rieeesige Wohnung mit Wänden so groß wie in einer Galerie für Gegenwartskunst.

Marc Quinn – irgendein Signal in meinem Gehirn sagte mir: Müsstest Du kennen. Jetzt weiß ich es wieder: Der Maler und Bildhauer ist einer der Stars der momentan in Venedig stattfindenden Biennale [hatte ich doch zuerst geschrieben: Viennale – würde ja auch passen]. Und zwar mit seiner – ergreifenden – Statue Alison Lapper Pregnant. Alison Lapper ist eine britische Künstlerin, die ohne Arme und mit verkürzten Beinen zur Welt kam, lange in einem Behindertenheim wohnte und Prothesen ablehnte. Bevor sie 1999 ihren Sohn Parys zur Welt brachte, saß sie Marc Quinn Modell.

ALPDie 3,6 Meter hohe, 15 Tonnen schwere Statue aus Carrara-Marmor stand von 2005 bis 2007 auf einem leeren Sockel, dem „vierten Pfeiler“, auf dem Trafalgar Square in London. Eine gigantisch große Replik stand auch im Mittelpunkt der Eröffnungsfeier zu den Paralympics im Vorjahr. Die Statue zeigt eindringlich, wie oberflächlich und fragwürdig das allgemein gültige Schönheitsideal ist – und was Menschen zu leisten vermögen, die ihr Schicksal annehmen.

Neben Quinns großem Blumengemälde dominierten Bilder des New Yorker Malers Peter Halley die Galerie-Ausstellung. Es sind neonfarbene Acrylbilder mit bemerkenswert rechteckigen Sujets und nicht weniger bemerkenswerten Titeln wie Exit Point [unten], Prison with Yellow Window oder Silver Prison.

DSCN0141

Zwei, drei Bilder von Peter Halley würde ich mir auch zulegen. Wenn ich reich wäre…

Advertisements

Aktionen

Information

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s




%d Bloggern gefällt das: