Tagebuch: Bergen und der Regen

19 07 2013

Freitag, 19. Juli 2013

Wann regnet es in der norwegischen Stadt Bergen? Eingeweihte sagen: immer. Das ist zwar übertrieben, aber nicht maßlos. Die Statistik, die ja weder lügt noch übertreibt, sagt: Es gibt 248 Regentage, damit ist Bergen die regenreichste Großstadt in Europa. Wer hier mit einem Postschiff der Hurtigruten Richtung Kirkenes startet oder aus Oslo kommend nach traumhaft schöner Fahrt mit der Bergenbahn eintrifft, ist oft enttäuscht von der Wolkendecke und dem Nieselregen, die die Farben verblassen lässt.

Marianne JohnsenWir aber hatten herrliches Wetter. Wir, das sind die Teilnehmer der Programmvorstellung des Veranstalters DER Touristik Frankfurt, also der Marken Dertour, Meier’s Weltreisen und ADAC Reisen. Natürlich reicht ein Tag nicht aus, um Norwegens zweitgrößte Stadt wirklich kennen zu lernen. Aber die beiden reizenden, herzlichen Damen von visitBergen, die uns betreut haben – die Marketing-Chefin Marianne Johnsen [kleines Bild links] und die Marketing-Koordinatorin Linn Kjos Falkenberg  [rechts] –Linn Kjos Falkenberg ließen sich ein kompaktes Programm einfallen: Hafenrundfahrt, Information über Norwegens Fischreichtum [einschließlich köstlicher Häppchen], Spaziergang über den Fischmarkt und durch das Hanseviertel Bryggen und Fahrt mit der Standseilbahn hinauf auf den Fløyen, einen der sieben Berge – oder besser: Hügel -, zwischen denen Bergen eingebettet ist.

Der Hafen ist groß, der Verkehr lebhaft. Werften liegen hier, und Unmengen von Fisch werden hier angelandet und verarbeitet. 90 Prozent des Fischs werden exportiert. 32 Millionen Portionen Fisch aus Norwegen werden jeden Tag [!] rund um den Globus verzehrt.

Bergen 9

IMG_0063Das Hanseviertel Bryggen – Bryggen heißt Kai oder Anlegestelle oder Landungsbrücke – gehört seit 1979 zum Weltkulturerbe der UNESCO und ist mit seinen 60 Gebäuden die größte Attraktion der Stadt. In der Mitte des 14. Jahrhunderts hat die Hanse hier eine Handelsniederlassung gegründet, um getrockneten Fisch aus Norwegen und Getreide aus Deutschland umzuschlagen. Die Holzgebäude waren unbeheizt, um Brände zu vermeiden, und neben jeder Kerze, die brannte, musste ein Wächter sitzen [der keinen Schluck Alkohol trinken durfte]. Aber alle Vorsichtsmaßnahmen halfen nichts, Bergen wurde immer wieder von Großbränden heimgesucht. 1702 brannten fast alle Gebäude ab, wurden aber originalgetreu wieder aufgebaut. Zum letzten Mal brannte es hier 1955, und die Hälfte der Gebäude wurde vernichtet.

Dem Zeitgeist gehorchend, wollten die Stadtväter, die Rabenväter, das Ensemble abreißen! Das war die Zeit, in der die [West-]Berliner auch den Martin-Gropius-Bau dem Erdboden gleich machen wollte. Aus heutiger Sicht war das ein unfassbares Vorhaben. Doch Mitte der 60-er Jahre kam man in Berlin und Bergen zur Besinnung und machte sich ans Restaurieren.

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Zum Abschluss des Tages ging’s auf den Fløyen, von dem aus wir einen herrlichen, aber wirkjlich herrlichen Blick über Bergen hatten. Dort oben liegt ein herrliches, durchaus wildes Wanderrevier mit einem kleinen See. Das alles genossen wir – ohne den berühmten Bergener Regen.

Horst Bergen 1

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