Tagebuch: neue Liebe

5 08 2013

Montag, 5. August 2013

Ein Sommertag am Ammersee. Ich kannte dieses landschaftliche Juwel nicht, bevor ich es zum Ziel eines Ausflugs ab München wählte. Ich musste mich erst schlau machen. Der Ammersee gehört zum Starnberger Fünfseenland und ist – nach dem Chiemsee und dem Starnberger See – der drittgrößte See in Bayern. Genauer: der drittgrößte, der komplett in Bayern liegt, was vom Bodensee ja nun wirklich niemand behaupten kann.

A4Eine knappe Stunde braucht die S-Bahn der Linie 8 von der Münchener Innenstadt bis zur Endstation Herrsching – Herrsching am Ammersee. Wenn die Sonne scheint, steppt hier der Bär. Oder wie heißt das auf Bayrisch? Herrlich ist die Uferpromenade, zehn Kilometer lang, die längste Deutschlands.

Ein Restaurant liegt hier neben dem anderen. Aber zum gemütlichen Speisen bleibt keine Zeit. Denn meine kleine Freundin Püppi will partout baden – und wenn’s nur bis zu den Knien geht [rechts]. Denn Badesachen haben wir nicht dabei.

Zum Trost biete ich Püppi ein Eis an. Oder eine Portion Pommes frites? Püppi entschließt sich für beides. Völlig unpädagogisch sage ich zu…

Eis in der linken Hand, die Tüte Pommes frites in der rechten. Aber wie Fritten essen, wenn sich in der anderen Hand eine Eiswaffel befindet? So werde ich abwechselnd zum Eis- und zum Pommes frites-Tüten-Halter.

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Vier Schiffe durchpflügen die Wellen des Ammersees – der Raddampfer Herrsching aus dem Jahr 2002 [übrigens der erste Neubau eines Schaufelraddampfers seit 70 Jahren], der 1908 erbaute historische Raddampfer Diessen und die modernen Motorschiffe Utting und Augsburg.

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A7Püppi hat ihr Eis intus, aber noch nicht die Pommes frites, als der Raddampfer Diessen anlegt, um uns hinüber ans andere Ufer des Sees zu bringen, zum Ort Dießen eben. „Oh, Madame bringt ihre eigene Verpflegung mit“, sagt der freundliche Mann von der Schiffsbesatzung. Vielleicht haben die beiden Bikini-Nixen ihn so heiter gestimmt, die ungeniert auf dem Anlegesteg ein Sonnenbad nehmen, während die Schlange der Schiffsausflügler an ihnen vorbeizieht.

Anlegestelle Dießen. Prächtige Kanadagänse stolzieren über den Rasen oder liegen faul im Gras, wie die Ausflügler. Wahrzeichen von Dießen ist das Marienmünster, das weithin sichtbar auf einer Anhöhe liegt. Johann Michael Fischer hat es von 1732 bis 39 erbaut, im Spätbarock Schöpfer vieler Pfarr- und Klosterkirchen. Eine andere Attraktion steht direkt an der Anlegestelle, ein lichtheller Pavillon der „Arbeitsgemeinschaft Diessener Kunst“, in dem 30 Künstler ihre Kunstwerke ausstellen – Glasbläser und Keramiker, Maler und Zinngießer. Der Künstlerverein hat sich schon 1934 gegründet, der Pavillon wurde 1939 aufgestellt. Die Werkstätten und Ateliers der Künstler können besichtigt werden, doch dafür fehlt uns die Zeit.

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Denn am Seeufer zieht sich ein Flohmarkt entlang. Püppi bestaunt Spielzeug, ich die bayerischen Originale, die dieses verkaufen. Ein Imbiss in einem echten bayerischen Biergarten krönt den Tag. Genussvoll zische ich, notorischer Weintrinker, ein paar Bier.  Wenn es so weitergeht, werde ich noch Bayernfan! Damit meine ich nicht den Fußballverein.

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