Tagebuch: Frieden, Weisheit, Barmherzigkeit

7 09 2013

Samstag, 7. September 2013

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Es war meine erste Reise nach China. Vor genau fünf Jahren startete Hainan Airlines, die viertgrößte Fluggesellschaft Chinas, die Nonstop-Verbindung von Berlin nach Peking. Ich reiste damals aus diesem Anlass mit ein paar Kollegen und einer kleinen Abordnung der Berliner Flughafengesellschaft nach Peking und von dort weiter zur Urlaubsinsel Hainan. Wir sahen uns Peking an, die zauberhafte Verbotene Stadt, die heute UNESCO-Weltkulturerbe ist, und natürlich den Tian’anmen-Platz, den Platz des Himmlischen Friedens. Tausende verloren hier am 4. Juni 1989 ihr Leben.

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In der Verbotenen Stadt

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Auf Hainan besuchten wir unter anderem das Hauptquartier der Fluggesellschaft, wir sprachen mit dem Präsidenten der Fluggesellschaft, Wan Yingming, und durften im Simulator einen Jet abstürzen lassen.

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Bei Hainan Airways

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Tropisch schwül ist es auf der Insel. Zuerst gaben Beamte, die im fernen Peking in Ungnade gefallen waren, hier den Ton an. Später bevölkerten Alternativ-Touristen die palmengesäumten Strände im Süden Hainans. Seit ein paar Jahren hat der Massentourismus auf der zweitgrößten chinesischen Insel Einzug gehalten. Chinesen und andere Asiaten sind es in erster Linie, die hier Urlaub machen. Hinter vorgehaltener Hand sprechen die Einheimischen davon, dass so mancher Manager aus der Hauptstadt hier mit seiner Sekretärin ein paar schöne Tage und Nächte verbringt. Die Küstenzone bei Sanya im Süden war vor fünf Jahren gespickt mit Baukränen und fast fertig gestellten Hotelneubauten.

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Komfort mit Sprachproblemen – die Hotels auf Hainan

Wer tropisches Monsunklima ohne Temperatureinbrüche im Winter schätzt, ist auf Hainan gut aufgehoben. Auch die Infrastruktur kann sich mittlerweile sehen lassen. Die Insel, die etwa so groß ist wie Baden-Württemberg, besitzt immerhin zwei gut funktionierende Flughäfen, einen in der Hauptstadt Haikou, in der 1,7 Millionen der knapp 8 Millionen Inselbewohner leben, der zweite – auf dem wir landeten – in der Stadt Sanya mit einer halben Million Bewohner.

yyyAn Komfort lassen die Hotels an der Badeküste nichts zu wünschen übrig. Der Service allerdings beschränkt sich häufig auf ein – verlegenes – Lächeln: Das meist junge Personal hat die auf Englisch vorgetragene Bitte einfach nicht verstanden. „Komfortverwöhnte Asien-Reisende sind hier enttäuscht“, betont Stefan Kraft, Geschäftsführer des Veranstalters Geoplan. In einem anderen Punkt hat die Bade-Destination allerdings schon Weltniveau erlangt: Die chinesischen Dolmetscher warnten uns „Langnasen“ davor, abends alleine die Hotelanlage zu verlassen.

 Für einen ausgedehnten Urlaub sind die Sehenswürdigkeiten der Insel zu dünn gesät. Wichtigste Attraktion ist die Sanya Nanshan Cultural Tourism Zone, eine riesige, in den letzten Jahren aus dem Boden gestampfte Mischung von Freizeitpark und religiöser Gedenkstätte. Wahrzeichen ist eine auf einer künstlichen Insel ins Meer gesetzte, 108 Meter hohe Statue der Göttin Guanyin mit ihren drei Körpern und drei Gesichtern – des Friedens, der Weisheit und der Barmherzigkeit. Der 40 Quadratkilometer große Park, durch den die Gäste mit 50 Elektrobussen mit offenen Anhängern transportiert werden, besitzt einen der größten buddhistischen Tempel des Landes.

Drei Gesichter

Statue der Göttin Guanyin

 Ins Guinness-Buch der Rekorde hat es die größte Gold- und Jade-Statue der Welt geschafft, zu der allein hundert Kilo Gold verarbeitet wurde. Haben die Besucher des Parks eben noch in einem der 50 Läden gefeilscht, verharren sie hier in inniger Frömmigkeit – um wenige Minuten später wieder dem Kaufrausch zu verfallen. Besonders beliebt ist die knallbunte, mit großen Mustern bedruckte Freizeitkleidung, die der Insel Hainan ihren Spitznamen verpasst hat: „Hawaii des Ostens“.

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Rummel und Frömmigkeit in der Sanya Nanshan Cultural Tourism Zone

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Jetzt also das Jubiläum der Flugverbindung Berlin-Peking von Hainan Airways. Deren Deutschland-Chef, Zhiwei Shi, ist happy: „Die Flüge von und nach Berlin sind für unser Unternehmen in der Zwischenzeit zu einem wichtigen Standbein geworden.“ Und: „Wir freuen uns, auch in der Zukunft als zuverlässiger Partner mithelfen zu können, dass Deutschland und China näher zusammenrücken.“ In Zahlen ausgedrückt: Sowohl die Besuche als auch die Übernachtungen in Berlin haben sich seit 2008 mehr als verdoppelt. Im Jahr 2008 wurden 68.007 Übernachtungen registriert, 2012 lag die Zahl bereits bei 153.472. Hartmut Mehdorn, Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, freut sich auch: „Die Verbindung Berlin-Peking trägt entscheidend zur Attraktivität der Hauptstadt bei.“

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Erinnerungsfoto an Bord

Noch ein wenig Warenkunde: Hainan Airlines fliegt bis zu fünf Mal pro Woche mit Flugzeugen des Typs Airbus A330-200 in neuneinhalb Stunden nonstop nach Peking. Die Flüge werden von Hainan Airlines auch im Codeshare von airberlin vermarktet. Im Gegenzug dazu bietet airberlin europäische Zubringerflüge nach Berlin unter der Flugnummer der Hainan Airlines an. In den meisten Buchungsklassen ist auch eine kostenlose Anreise mit der Deutschen Bahn nach Berlin möglich. Reisende können in Peking bequem umsteigen und mit Hainan Airlines zu 60 Destinationen in Asien weiterfliegen.

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