Tagebuch: BubeDameKönigAss

4 10 2013

Freitag, 5. Oktober 2013

Ist das nicht ein lustiger Ausstellungstitel?! BubeDameKönigAss… Vier Berliner Maler werden zurzeit unter diesem Titel in der Neuen Nationalgalerie ausgestellt: Martin Eder, Michael Kunze, Anselm Reyle, Thomas Scheibiz. In dieser Reihenfolge oder anders rum – mit Bube, Dame, König und Ass ist keine Reihen- oder Rangfolge gemeint.

G

Martin Eder: figürliche, aber auch surreale Kompositionen zaubert er auf die Leinwand. Große Akte sind zu sehen – mit eindeutigen Titeln [„Frühlingserwachen“] und solchen, die man trotz langen Nachdenkens nicht errät [„Ein Jahr ohne Licht“, großes Bild unten].

Kräftige Farben, klare Konturen – herrliche Bilder, die allein schon den Besuch der Ausstellung lohnen.

EDMichael Kunze ist der zweite der vier Gegenwartsmaler, der gegenständlich malt. Das sind keine kräftigen Farben, keine scharfe Konturen, sondern das Gegenteil.

Das sind zarte, flirrende Farben, flirrende Konturen – und viele Zitate aus Philosophie, Kunstgeschichte, Film und Literatur. Eine Märchenwelt mit tausendundeinem Motiv, und jedes Mal entdecken Betrachter ein neues Detail.

Seine Bilder gefallen mir nicht so gut, aber das müssen sie ja auch nicht: Thomas Scheibitz bevorzugt einfache Formen, satte Farben, aber seine abstrakten Kompositionen sind mir zu „konstruiert“ [s. z.B. das große Bild unten].

Nun gut, der Platz in der Ausstellung sei ihm gegönnt, und den Besuchern auch…

B

AWow! Dann Anselm Reyles mit seinen großen Bildern, von denen keines einen Titel hat. Doch eines hat einen, es heißt „Black Earth“. Nur eines ist in „klassischer“ Technik entstanden, Acryl auf Leinwand. Mischtechnik, Chromoptik, Aluminium, Stahlrahmen ist immer wieder im Werksverzeichnis zu lesen. Und so sehen die Bilder auch aus. Eine spiegelnde, kühle Bilderwelt, oft absichtlich kitschig.

Bis zum 24. November ist die Ausstellung noch zu sehen. Sie lässt in der Haupthalle der Neuen Nationalgalerie, also dem oberirdischen Trakt ohne jede Stütze, viel Platz, um auch den Raum wirken zu lassen. Die Neue Nationalgalerie ist Mies van der Rohes Meisterwerk.

Der legendäre Architekt – übrigens geboren in meiner früheren Heimatstadt, in Aachen – war schon 76 Jahre alt, als er 1962 den Auftrag zu diesem Museumsbau erhielt. Die Realisierung des Baus übernahm sein Enkel. Mies van der Rohe kam zweimal nach Berlin, um nach dem Rechten zu sehen. Auch als das Dach eingeschwebt und angepasst wurde, stand der Architekt auf dem Bauplatz. Zur Einweihung 1968 konnte Mies van der Rohe nicht mehr anreisen, er starb ein Jahr später.

H

Jedes Mal, wenn ich den Bau betrete, bin ich – glücklich. Richtig glücklich.

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