Tagebuch: vom Schwachsinn

2 11 2013

Freitag, 1. November 2013

Wir Berliner sind nette, liebenswerte Zeitgenossen. Ich darf ruhig „wir Berliner“ sagen, obwohl ich Rheinländer bin. Denn ich bin seit 41 Jahren in Berlin und darf schon Leserbriefe zu Berliner Themen schreiben. Wir Berliner also sind nette Leute. Denn mit Langmut ertragen wir den Spott der Welt über die unendliche Geschichte, den Flughafen BER. Das Kürzel steht für „Berlin ein Reinfall“. Die Presse ist, was den Reinfall betrifft, längst handzahm geworden. Da streiten sich zwei Topmanager des BER wie zwei Kesselflicker, dies in der Öffentlichkeit. Sie schreiben Petzbriefe an den kommissarischen Aufsichtsratsvorsitzenden. Und die Berliner Presse behandelt diesen Skandal liebevoll lächelnd, als würden sich zwei Jungs im Sandkasten streiten. Und als dann Mehdorn gewinnt und Amman zum Wasserwerker degradiert wird, bleibt die Presse immer noch amused.

Gibt es denn wirklich keinen besseren BER-Manager als diesen Mehdorn, der schon bei der Bahn und auch bei Air Berlin Schaden angerichtet hat? Niemand geht in Berlin kritisch mit diesem Poltergeist um. Weil auch wir Berliner Journalisten nette Menschen sind. Wir melden kommentarlos, dass der Regierende Bürgermeister wieder Chef des Aufsichtsrats werden will.

Ein Limburger Protzbau pro Monat

Einen Limburger Bischofsbau pro Monat kostet der Berliner Flughafen, solange er nicht eröffnet wird. Das ist eine Million Euro am Tag. Was für ein Wahnsinn. Apropos: Wahnsinn durchfleucht auch die folgende Meldung [Originalzitat]:

Die Thomas Cook Group bringt ein neues digitales Hotelkonzept auf den Markt, das das klassische Sun & Beach-Konzept mit moderner, digitaler Technik verbindet. Zielgruppe der SunConnect Resorts sind Kunden, insbesondere Familien, die auch im Urlaub online sein wollen… SunConnect Resorts bieten eine Mischung aus digitaler und klassischer Urlaubsgestaltung. Neben Familienzimmern, weitläufigen Pool-Bereichen und All-Inclusive-Angeboten verfügen sie über neue Einrichtungen, die den Urlaub noch erholsamer machen. Als erstes Sun & Beach-Hotelkonzept nutzt SunConnect die neueste digitale Technik wie eine benutzerfreundliche Webseite, kostenfreies WLAN im gesamten Resort und bietet die Möglichkeit, tägliche Aktivitäten einfach per Smartphone oder Tablet PC zu buchen. Die Gäste werden von einem ConnectScout betreut, einem speziell geschulten Guide, der Aktivitäten für die ganze Familie durchführt wie Geo-Caching oder Xbox-Spiele.

SunConnect startet in der Sommersaison 2014 mit zehn Resorts und wird in allen Quellmärkten der Thomas Cook Group angeboten. Hotels befinden sich in der Türkei, auf Zypern, Gran Canaria, Mallorca, in Tunesien und Kroatien. Tolles Eingehen auf Kundenwünsche – oder Gipfel des Schwachsinns? Entscheiden Sie selbst.

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