Tagebuch: der neue ist der alte – DRV-Tagung II

23 11 2013

Samstag, 23. November 2013

Eine Überraschung war es nicht. Mit überwältigender Mehrheit, nämlich 99,68 Prozent, ist Jürgen Büchy auf der Tagung des Deutschen Reise-Verbandes [DRV] in Salzburg in seinem Ehrenamt bestätigt worden. Das war genau vor einer Woche am letzten Tag der Branchentagung.

Überraschend hingegen fiel für viele DRV-Mitglieder das Wahlergebnis in zwei Bereichsversammlungen zum Ausklang der DRV-Jahrestagung in Salzburg aus: Der altgediente Säulenchef A für mittelständische Reisemittler, Otto A. Schweisgut, ist nicht wieder gewählt worden. Zuvor soll es hinter den Kulissen ziemlich geknirscht haben. Auch Vizepräsident Klaus Henschel scheiterte mit seiner Kandidatur in der Säule B, konzerngebundene Reisemittler. Beide scheiden aus dem Vorstand aus. Weitere Wahlergebnisse:

Für die Säule A haben die Mitglieder Ralf Hieke zum Vizepräsidenten gewählt und Joachim Horn und Alexander Schulte neu gewählt, die ihren Hut in den Ring geworfen hatten. Als Nachfolger von Henschel geht Andreas Heimann als Vizepräsident der Säule B in den DRV-Vorstand. Bestätigt haben die Säulenmitglieder Ralf Horter und Albin Loidl.

Nur eine Frau im Vorstand

Keine Veränderungen gab es in der Säule C (mittelständische Reiseveranstalter): Vizepräsident ist wieder Johannes Zurnieden, und Markus Daldrup sowie Wybcke Meier wurde bestätigt. Apropos: Die gleichermaßen gescheite wie charmante Chefin des Edel-Reiseveranstalters Windrose ist die einzige Frau im DRV-Vorstand. Das darf doch nicht wahr sein – es wirft ein bezeichnendes Licht auf die männerdominierte Reisebranche.

Um den Posten als Vizepräsident der Säule D (Konzernreiseveranstalter) hatte sich Michael Tenzer beworben und ist gewählt worden, Dr. Volker Böttcher und Michael Frese wurden im Amt bestätigt. Peter Hamburger leitet weiterhin die Säule E (assoziierte Mitglieder) und ist somit auch weiterhin Vizepräsident. Axel Duhr bleibt Finanzvorstand des DRV. Dass Peter Fankhauser, Angelika Hummel und Günther Ihlau auf der Vorstandsliste nicht mehr auftauchen, hat einen einfachen Grund: Sie haben nicht mehr kandidiert.

Grundsätzliches vom Präsidenten

In seiner Grundsatzrede, wie sie jede Jahrestagung des DRV einleitet, verkündete der Präsident frohe Botschaft: Die Pauschalreise ist quicklebendig. Als „bemerkenswert“ bezeichnete er „die Wiederauferstehung Griechenlands, das Wiedererstarken Tunesiens und ein anhaltendes Auf und Ab bei Ägypten, wobei die letzte Abwärtsbewegung gerade mal zum Halten gekommen ist.“ Die Branche setze alle ihre Kraft ein, um möglich eine Normalisierung der Nachfrage und vor allem neues Kundenvertrauen zu erreichen. Schließlich sei das „einzigartige touristische Produkt Ägyptens unverzichtbar in unserer Angebotspalette“, und es brauche „gerade in seiner schwierigen Umbruchphase die Touristen, um die wirtschaftliche Situation und damit auch die politischen Verhältnisse zu stabilisieren“. Allerdings, so Büchy, kann das „aber nur gelingen, wenn die Sicherheitslage stabil bleibt.“

Reisen sind keine Ramschartikel

Auch zum Reisevertrieb enthielt die Grundsatzrede frohe Kunde: Die stationären und die Online-Reisebüros profitieren besonders im Urlaubssegment von der anhaltend hohen Reisefreude und dem Mobilitätsbedürfnis der Bundesbürger; die Touristik-Büros haben um fast 2,5 Prozent zugelegt. Die Business Travel-Agenturen allerdings mussten einen Umsatz-Rückgang um rund vier Prozent hinnehmen, aber zum Ende des Kalenderjahres am 31. Dezember wird der Umsatz der deutschen Touristik- und Geschäfts-Reisebüros voraussichtlich mit 22,8 Millionen Euro trotzdem einen neuen Spitzenwert erreichen.

Es fehlte auch nicht an mahnenden Worten: „Reisen dürfen nicht zum Ramschartikel verkommen“, rief Jürgen Büchy. Die Veranstalterreise punkte mit Mehrwerten wie Sicherheit, Service und Qualität. Büchy: „Hier darf es keine Kompromisse geben, all das hat seinen Wert und seinen Preis.“ Hinter diesem Preis stehe eine Leistung, „die nicht unter Wert und unter Preis verkauft werden darf“. Für die Mehrzahl der Branchenteilnehmer gelte dieses Credo. „Für alle anderen sollten gerade die aktuellen Fälle der Insolvenzen in diesem Jahr eine Mahnung sein“, betonte der DRV-Präsident, „billig rechnet sich nicht, weder für den Kunden noch für den Anbieter.“

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