Tagebuch: ZeitReise

12 12 2013

Mittwoch, 11. Dezember 2013

Die 38 deutschen UNESCO-Welterbestätten stellt die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) im kommenden Jahr in den Mittelpunkt einer weltweiten Kampagne. Mit dem Slogan ZeitReise (international: TimeTravel) bedient die DZT die gesamte Marketing-Klaviatur, um auf Welterbe-Stätten von A (wie Aachener Dom) bis W (Würzburg mit der Fürstbischöflichen Residenz) aufmerksam zu machen – auf „ein faszinierendes Kaleidoskop deutscher Geschichte“, wie es Roland Bernecker, Generalsekretär der Deutschen UNESCO-Kommission, in Berlin bei der Vorstellung der Kampagne formulierte. Dass sich derartiges Bemühen um Kulturtouristen durchaus lohnt, belegte DZT-Chefin Petra Hedorfer mit eindrucksvollen Zahlen. Deutschland besetzt in Imageuntersuchungen als Kulturdestination weltweit den fünften Platz, und bei den weltweiten Reisen der Europäer ist Deutschland – zum ersten Male – Kulturreiseziel Nummer eins. Hedorfer: „Der Kultururlaub ist die zweitwichtigste Urlaubsart ausländischer Besucher in Deutschland.“ Fünf Millionen ausländischer Übernachtungen sind direkt auf UNESCO-Welterbestätten zurückzuführen. Die Zahl der Tagesgäste, die eine der 38 Stätten besuchen, wird auf 50 bis 60 Millionen geschätzt. Mit der ZeitReise-Kampagne, zu der 45 Workshops, Roadshows und der Besuch von Fachmessen gehören, will die DZT nicht nur das Image des Reiselandes Deutschland weiter steigern, sondern auch die Zahl der Übernachtungen in den UNESCO-Stätten kräftig steigern.

 Einnahmen bei knappen Kassen

„Gemeinsam möchten wir den UNESCO-Welterbegedanken in die Welt tragen und einen qualifizierten, denkmal-, naturverträglichen und nachhaltigen Tourismus zu den Welterbestätten fördern!“ sagte Horst Wadehn, Vorsitzender des UNESCO-Welterbestätten Deutschland e. V., anlässlich des 25-jährigen Bestehens dieser Solidargemeinschaft. Seit einem Vierteljahrhundert kooperieren die deutschen Welterbestätten. Aus der 1989 gegründeten Werbegemeinschaft hat sich seit 2001 der Verein UNESCO-Welterbestätten Deutschland e.V. entwickelt, der hohes Ansehen auf nationaler Ebene wie bei der UNESCO genießt. Auch im Jubiläumsjahr 2014 bleiben die Mitglieder ihrem Kernziel verpflichtet: Zusammen wollen sie die deutschen Welterbestätten bekannter machen und einen intelligenten Tourismus im denkmalverträglichen Ausmaß fördern. Dies eröffnet Einnahmequellen, um in Zeiten knapper öffentlicher Kassen das wertvolle Erbe der Menschheit dauerhaft zu sichern.

Dreimal UNESCO in Berlin

Bernecker, Hedorfer und Wadehn stellten die Welterbestätten und die Kampagne 2014 in einer zauberhaften Location vor – im Gobelinsaal des Bodemuseums auf der Berliner Museumsinsel. Auch Burkhard Kieker war mit von der Partie, der Chef der Berlin-Werbung visitBerlin. Nicht ohne Stolz wies er darauf hin, dass Berlin gleich drei UNESCO-Welterbestätten besitzt: die Museumsinsel [mit 2,7 Millionen Besuchern im Jahr], die Preußischen Schlösser und die – weniger bekannten – Siedlungen der Moderne [zum Beispiel die Hufeisensiedlung]. Spannende Zahlen nannte Kieker: Die zweitgrößte Besuchergruppe mit 15 Prozent Marktanteil sind Kulturtouristen. 59 Prozent der Besucher in Berliner Kultureinrichtungen sind Touristen [bei den Museen sogar 85 Prozent], davon 28 Prozent aus dem Ausland.

Der Reisebranche im In- und Ausland wird es leichtgemacht, das Kultur-Kapital effektiv zu vermarkten: Schon seit mehreren Jahren hat die DZT mit den Kulturerbe-Stätten acht Routen konzipiert, die von Kulturerbe zu Kulturerbe führen. Bisher haben nur wenige Veranstalter aus der Schweiz, Österreich und Japan die Routen oder Teile von ihnen in ihre Programme aufgenommen. Petra Hedorfer: „Es ist Kärrnerarbeit, diese Routen in die Kataloge zu bringen.“

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