Tagebuch: Flieg, Mehdorn, flieg…

2 04 2014

Mittwoch, 2. April 2014

„Mehdorn feuert unliebsamen Kritiker“ heißt heute die Überschrift eines Vierspalters im „Tagesspiegel“. Der Leiter des BER-Bereichs Real-Estate Management, Harald Siegle, wurde rausgeworfen. Fristlos. Peng. Seine Schuld: Er hatte den Aufsichtsratsmitgliedern und seinem Big Boss geschrieben, dass er die Eröffnung des BER für 2016 „akut gefährdet“ sehe. Böser Mann! Wie kann er so etwas schreiben und damit Mehdorn, den Sprücheklopfer, kritisieren. Er musste doch wissen, dass der Ex-Eisenbahner eines nicht verträgt: Kritik.

2013-05-07-hartmut-mehdorn-2_4x3_140x105Ich kann mir denken, dass nicht wenige in Berlin und Brandenburg, die auf verantwortlichem Posten sitzen, Mehdorn am liebsten von hinten sähen – auf dem Weg aus der Stadt hinaus. Und ich wage zu behaupten, dass der Mann, dem wir bei der Bahn so viel verdanken [hier sei nur an den katastrophalen Zustand der S-Bahn erinnert…], sich als Flughafenchef nur hält, weil es schwer sein dürfte, einen Nachfolger zu finden.

Es ist immer Skepsis angebracht, wenn jemand beim Antritt seines Postens in den Himmel gelobt wird. So als sei der Messias persönlich niedergekommen, um uns schwachen Menschen bei der Lösung eines Problems zu helfen. Ich rede NICHT von Fußballtrainern. Sondern von den Mehdorns, den Knieriems. Andreas Knieriem ist der neue Chef von Zoo & Tierpark, der am 1. April [und dies ist kein Aprilscherz] seinen Dienst antrat. Auch so ein Messias, der von Politikern und Presse bejubelt wurde, lange schon bevor er nach Berlin kam. Ich kenne den Münchner Tierpark, der als sein Meisterwerk gepriesen wird, recht gut von meinen Besuchen mit meiner kleinen Freundin Püppi. Ok, gut gemacht, gute Wegführung, gut beschriftet. Aber eine Wundertüte? Ihr Berliner Knieriem-Anbeter werdet euch noch wundern!

urn-newsml-dpa-com-20090101-110507-11-10314_large_4_3_3548_2661_0_0Bitter ist es, auf welch miese Art der bisherige Zoochef Bernhard Blaszkiewitz [Foto rechts] aus seinem Amt geekelt wurde. Ich kenne und schätze den bulligen Zoomanager aus der Zeit, in der ich für den Sender Freies Berlin zahlreiche Interviews mit ihm machte. Er ist kein bequemer Mensch, gewiss nicht. Aber auch nicht das wandernde Scheusal, als das er jetzt dargestellt wird. Unsere Gesellschaft verträgt keinen Menschen in leitender Position, der auf Mainstream pfeift.

Auch Mehdorn sei Mainstream schnuppe, wird oft behauptet. Das sehe ich anders. Der Mann übertrumpft sich nur immer selbst durch Ankündigungen, Rücknahme der Ankündigungen, neue Ideen, alte Ideen, provokative Ideen. Was nützen diese, wenn sie nicht machbar sind.

Mehdorn ist kein unangenehmer Mensch. Er kann in Gesprächen und Interviews sehr „menschlich“ sein, sehr umgänglich. Aber er kann auch anders, dies aus heiterem Himmel. Und dann fliegt einer. Wann ist er selbst an der Reihe? Mehdorns Manager dürften für lange Zeit am BER das einzige sein, das fliegt.

Advertisements

Aktionen

Information

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s




%d Bloggern gefällt das: