Tagebuch: Mission Wachstum

23 08 2014

Samstag, 23. August

DSCN3470Bei der „Mission Wachstum“, die ihm von Friedrich Joussen, aktiver und knallharter CEO der TUI-AG, auferlegt wurde, will Robinson-Chef Ingo Burmester nicht nur neue Destinationen im Nah- und Fernbereich erschließen: „Wir wollen auch neue Zielgruppen ansprechen“. Bei den Malediven ist das mit der Einbeziehung des asiatischen Markts gut gelungen. Dort erle-ben Chinesen und Deutsche gemeinsam herrliche Urlaubstage. Offensichtlich sind deutschen Cluburlaubern Chinesen am Bartresen lieber als Russen. Sie vertragen sich gut, wenn auch mal die eine Seite über die andere schmunzelt – die Chinesen über die Gesichtserker der „Langnasen“, die Deutschen darüber, dass die chinesischen Miturlauber nur mit Ganzkörper-Neoprenanzügen schnorcheln. Derzeit werden Gespräche über Clubs auf zwei weiteren Malediven-Inseln geführt, die dann ebenfalls dem deutschen und asiatischen Quellmarkt angeboten werden.

Eine geplante Anlage in Mexiko, wo „vor allem die Halbinsel Yucatan interessant ist“ (Burmester), soll zusätzlich zum deutschen auf dem nordamerikanischen Quellmarkt platziert werden. Zielgruppen werden dort Paare, Singles und Familien sein – also alle! Der Robinson-Chef lässt keinen Zweifel daran, dass er im Zuge der angestrebten Internationalisierung kei-ne Verwässerung der Clubidee zulässt: „Wir werden bei den neuen Anlagen zum deutschen Quellmarkt nur jeweils einen weiteren Quellmarkt hinzunehmen.“ Unterhaltungsprogram-me, bei denen jeder Punkt in fünf, sechs Sprachen angesagt werden muss, wird es also nicht geben.

Unglaublich rasantes Wachstum

Burmester ist kein eiskalter Manager, sondern ein durchaus humorvoller Mann mit angenehmem Auftreten und glaubhaften Aussagen. Die Wachstums-Mission – innerhalb von fünf Jahren soll Robinson von derzeit 23 auf 40 Anlagen weltweit wachsen – ist zwangsläufig mit Neukundengenerierung verbunden. Burmester macht das an Ibiza, wo derzeit konkrete Ge-spräche für eine neue Anlage geführt werden, und Djerba klar, wo laut Burmester „mehrere Anlagen bereits besichtigt sind und Gespräche folgen“. Für Ibiza will Burmester – der die Insel auf dem deutschen Markt für „unterschätzt“ hält – vor allem partyaffine junge Gäste auf dem deutschen Markt als Neukunden gewinnen. Familien und Paare sollen in Deutsch-land über preisattraktive Angebote mit einer eventuellen neuen Anlage auf Djerba angesprochen werden.

Von der Mission Wachstum werden auch die Säulen der Robinson-Clubs berührt, was immer mit einer Qualitätsverbesserung verbunden ist. Einige Beispiele: Das nach Burmesters Ein-schätzung hochqualitative Entertainment, „das überrascht und berührt“ (Burmester), wird auf mehrsprachige Tagesprogramme und nonverbale Abendprogramme umgestellt. Burmester: „Zum Beispiel Party am Strand statt Abendshow.“ Beim Sport wird mehr Aufmerksamkeit auf regionale Angebote im Mix mit internationalen Angeboten gelegt; außerdem sollen neue innovative Sportarten angeboten werden, und zwar unterschiedlich in jedem Club, z.B. SUP (Stehpaddeln) in Strandclubs und Schneeschuhwanderungen in Berganlagen.

400.000 Plastikflaschen gespart

Optimistisch ist die Robinson-Mannschaft auch, bei Umweltschutz und Nachhaltigkeit künftig in der Branche die führende Position einzunehmen. Burmester nennt in diesem Zusam-menhang Ausbildungsprogramme für Nachwuchstouristiker in der Türkei und in Griechenland, die in Zusammenarbeit mit der IHK durchgeführt werden. Und er verweist voller Stolz, um nur ein weiteres Bespiel zu nennen, auf eine neue Soda-Anlage im Club Maldives, die 400.000 Plastikflaschen im Jahr spart.

Alles in allem, so versichert Burmester, der ja auch dafür bezahlt wird, das er immer und überall Optimismus verbreitet, ist „die Mission Wachstum alles andere als eine mission impossible.“

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23 08 2014
maxgismo

Deutsche und Chinesen gemeinsam im Robinson-Club. Ich lese die Philosophie, doch mir fehlt der Glaube. Wir haben in unserem diesjährigen Samui-Urlaub Russen und Chinesen als Mit-Gäste erlebt (ca. 70 und 10 %) des Hotels. Die russischen Gäste fielen nicht weiter auf, bis auf die fehlenden Kommunikationsmöglichkeiten (ich spreche kein russisch!). Aber die jungen Chinesen, die sich einen Urlaub während des chinesischen Neujahrsfestes leisten konnten, waren nur rücksichtslos. Legten sich auf unsere reservierten Liegen (privater Bereich), drängelten frech beim Strandverkäufer vor. und rempelten gehbehinderte Menschen einfach an, so daß ich breit-armig vorausgehen mußte. Ich wünsche Ingo Burmester viel Glück bei seiner These, daß das so harmoniert!

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