Tagebuch: Chamäleon

12 09 2014

Freitag, 12. September 2014

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1991: Als ich das erste Mal das neu gegründete Berliner Varieté Chamäleon besuchte, waren die berühmten Berliner Hackeschen Höfe noch ziemlich abgewrackt, heruntergekommen von jahrelanger Vernachlässigung zu DDR-Zeiten. Auch der Festsaal der vor 100 Jahren erbauten Jugendstil-Höfe – die heute eine der größten Touristenattraktionen in Berlin-Mitte sind -, war nicht gerade in Bestform. Das aber tat der Chamäleon-„Show Nummer eins“ keinen Abbruch. Was mich damals rührte: Am Fußende des Saales, wo heute die Bar steht, war ein Dutzend Kinderwagen geparkt – mit friedlich schlafenden Babys. Die Bewohner des Ostteils der Stadt, die das Hauptkontingent der Varieté-Besucher stellten, hatten [damals noch] eine ganz andere, innigere Vorstellung vom Zusammenleben mit ihren Kindern als die Wessis.
44444Die erste Betreiber-Gesellschaft des Chamäleon ging 2003 in Konkurs. Der Varietébetrieb wurde 2004 nach umfangreicher Sanierung des Saales von der Chamäleon GmbH übernommen. Geschäftsführer ist Henrik Frobel. Er versteht sein Handwerk: Er war nicht nur in der Hotellerie und Gastronomie tätig, sondern hat früher auch als Zauberer gearbeitet. Mit der neuen Show Crossroads feiert das Berliner Weltklasse-Varieté nun sein zehnjähriges Bestehen. Die Bilanz der [neuen] Bühne kann sich sehen lassen: 22 Shows mit 150 Künstlern, 3500 Vorstellungen und 650000 Besucher.
Die Hälfte der Gäste kommt aus Berlin und Brandenburg. Die anderen 50 Prozent sind Berlin-Besucher. Das kommt nicht von ungefähr. „Wir arbeiten mit den großen Reiseveranstaltern zusam-men“, betont Vertriebschefin Andrea Mann und nennt Dertour und Thomas Cook als Beispiele. „Saisonal und eher vereinzelt“ kooperiert das Unternehmen mit Busveranstaltern.

222222Auch eine Vielzahl von Berliner Hotels steht auf der Partnerliste, „sowohl im 3- bis 5-Sternebereich als auch zahlreiche Hostels“ [Mann].

Drei von vier Besuchern sind übrigens unter 50. Die Zufrieden-heitsquote liegt bei 98 Prozent. Ich habe in dem vergangenen Jahrzehnt jede Show gesehen – in den letzten zwei, drei Jahren übrigens meist mit meinem Sohn Jesper [ein ebenso großer Fan der Bühne wie ich] – und war immer glücklich.

Andrea Mann nennt noch visitBerlin als wichtigen Kooperationspartner. Dabei fungieren die Berlin-Werber als Vermittler von Reisegruppen und stellen Chamäleon, so die Vertriebschefin, „auch wichtige Statistiken über alle für uns relevanten Fragen rund um die Berlin-Besucher zur Verfügung“. VisitBerlin-Geschäftsführer Burkhard Kieker spart denn auch nicht mit Lon über das Varieté: „Hier garantiert die Crème de la Crème der internationalen Artistengemeinde bestes Entertainment.“

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