Tagebuch: Wiedergeburt – Bulgarien III

29 09 2014

Montag, 29. September 2014

Ehe ich Sie/Euch weiterhin mit auf die Reise durch Bulgarien nehme, muss ich noch eine Bemerkung loswerden: Die Reise hat mir wertvolle Erfahrungen und Einsichten gebracht. Ich habe gastfreundliche Menschen kennen gelernt, liebenswerte Mitreisende, herrliche Landschaften, wundervolle Städte. Ich habe mich nur über den Titel der Pressereise mokiert, der mich auf die falsche Fährte gelockt hat: „Kultur- und Dorftourismus“ – ich hatte mit „Urlaub auf dem Lande in Bulgarien“ gerechnet. Davon war auf der Reise nicht die Rede. Und der Zusatz zum Reisethema war auch irreführend: „…mit zusätzlichen Akzenten Gourmet und Verkostung bulgarischer Weine“. Wir haben gut gegessen und getrunken, aber das war keine Gourmetreise, und es gab keine Weinprobe – nur einmal ein Weinpröbchen.

Alles klar?

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„Architekturhistorische Reservat“ Bozhentzi

Unsere dritte Station war das „Architekturhistorische Reservat“ Bozhentzi, ein früheres Händlerdorf. 120 historische Häuser stehen dort, 250 bis 100 Jahre alt. Eines ist schöner als das andere, einige wurden in Museen umgewandelt. Den Museumsort durchziehen steile, grobgepflasterte Wege. Es ist, als sei die Zeit hier stehen geblieben. Apropos Zeit: Davon haben wir zu viel in Bozhentzi verbracht. Gut, wir waren auf einer Pressereise und nicht auf der Flucht. Aber irgendwann ist alles gesagt und alles fotografiert… Tipp für die Organisatoren.

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Tryavna

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Im Gegensatz zu dem Museumsdorf ist Tryavna eine äußerst lebendige, sogar quirlige Stadt. Wir sahen viele junge Leute, Schülerinnen und Schüler, die am Straßenrand saßen und Stadtansichten malten und zeichneten, dies zum Teil mit bemerkenswerten Ergebnissen.

Tryavna ist bekannt für Malerei, Ikonenmalerei und Holzschnitzerei und besitzt mehrere Kunstschulen. Wie vor 150 Jahren präsentiert sich der Zentralplatz mit Brücke und Uhrturm. Der wurde 1814 gebaut, und die Frauen der Stadt mussten angeblich Schmuck hergeben, um den Bau zu finanzieren.

1804 wurde das prächtige Daskalov-Haus erbaut, heute Museum der Schnitzkunst. Auch in diesem Haus verbrachten wir viel zu viel Zeit…

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Am Fuße des Balkangebirges und am Rand der Stadt Gabrovo liegt der sogenannte „Architekturetnografische Komplex“ mit dem Namen Etar, das einzige Freilichtmuseum des Landes. Es besteht jetzt genau 50 Jahre.

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„Architekturetnografischer Komplex“ Etar

3  3Die 50 Gebäude sind exakte Kopien bestehender Häuser, restaurierte Gebäude oder von anderen Orten auf das Museumsgelände versetze Häuser. Sie stellen die Kultur der Bergbewohner während der sogenannten „Wiedergeburtszeit“ dar, von der auf der Reise viel die Rede ist.

Die Wiedergeburtszeit Bulgariens war die zweite Hälfte des 18. und das 19 Jahrhunderts, fällt also in die türkische Besatzungszeit. Die Bulgaren schufen in dieser Zeit der Rückbesinnung eine eigene, spezielle Architektur – unter anderem mit den typischen auskragenden Obergeschossen.

2  2Das Freilichtmuseum ist nicht tot, sondern äußerst lebendig. Hier arbeiten Handwerker mit originalen Geräten und traditionellen Techniken. Sie töpfern und weben, stellen Kuhglocken her und schmieden Messer…

Die gut 20 Handwerker bewerben sich um ihre selbständige Beschäftigung, sie müssen Meister sein und die Fähigkeiten besitzen, mit Originalwerkzeug umzugehen.

Und alles, was sie herstellen, können Besucher kaufen – originelle und sinnvolle Souvenirs.

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