Tagebuch: keine Frage

9 01 2015

Freitag, 9. Januar 2015

GF2

Schwarz [ohne:‚t‘] geärgert habe ich mich heute auf der Pressekonferenz zur Fusion der beiden Fernbusunternehmen Mein Fernbus und Flixbus. Als die Fragerunde begann, habe ich gleich zu Beginn versucht, auf mich aufmerksam zu machen – durch Winken, wie Don Quichotte bei seinem Kampf gegen Windmühlenflügel. Ich wollte den im Fünferpack aufgetreten Geschäftsführen eine Frage vor dem Kreis meiner Kollegen stellen und nicht klammheimlich im Einzelgespräch. Auch Sabine Neumann beteiligte sich an der Winkaktion, um mir meine Wortmeldung zu verschaffen. Die Chancen standen ja auch nicht schlecht, schließlich standen die Pressesprecherin von Flixbus und der Pressesprecher von Mein Fernbus bereit, um die Wortmeldungen zu koordinieren. Bei etwa 30 Journalisten.

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Ich wurde einfach übersehen, meine Windmühlenflügel auch. Der Gipfel war, dass der neben mir sitzende Kollege zu Wort kam. Ich nicht. Deshalb habe ich mich nach der Pressekonferenz mit der Pressesprecherin von Mein Fernbus tüchtig gestritten. Das war Absicht, war mein Vorwurf. Das war keine Absicht, war ihr Gegenargument – „das müssen Sie mir glauben“. So argumentierte auch ihr Kollege von Mein Fernbus.

Meine Wut verrauchte. Der Verstand setze wieder ein. Nein, das konnte keine Absicht sein. So wichtig bin ich nicht. Und so wichtig ist auch die Zeitschrift touristik aktuell nicht, für die ich die Pressekonferenz besuchte. Also handelten die Pressesprecher nur unprofessionell. Das Kleine Einmaleins der Pressekonferenz scheinen sie nicht zu beherrschen; sollten mal mein Seminar besuchen.

Busfusion 2

Die Frage, die ich stellen wollte: Was geschieht, um die Busfahrer – 4.000 sind es – zu schulen? Also Bus fahren, das können sie. Aber auf meinen vielen Fernbus-Fahrten habe ich festgestellt, dass die Busfahrer höchst unterschiedlich mit ihren Passagieren umgehen. Da gibt es Sprachlose, die den Fahrgästen noch nicht einmal erklären, dass sie sich anschnallen müssen. Und da gibt es andere mit Alleinunterhalter-Qualitäten, die erzählen, dass sie Getränke bereithalten und erklären, wie man die Toiletten benutzt [da gibt es bei Busreisen ein paar Tricks]. Es gibt Busfahrer, die für eine ordnungsgemäße Kofferübergabe am Ziel sorgen – und andere, die die Koffer einfach ausladen und ungeordnet stehen lassen; soll doch die Passagiermeute damit klar kommen. Auch an solchem Service werden die Busfirmen künftig gemessen – bei BerlinLinienBus kommen diese Niveauunterschiede im Service nicht vor. Ich wollte mit Absicht diese Frage laut stellen, damit alle Kollegen sie hörten – auch die Edelfedern darunter, die nie und nimmer Fernbus fahren würden. Damit sie sehen, dass das Fernbusthema nicht nur aus Zahlen, Finanzierungsmodellen und Firmenkonstruktionen besteht. Sondern in der Praxis ganz schön kompliziert ist.

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