Tagebuch: DTV fordert Tourismusabgabe

24 04 2015

Freitag, 24. August 2015

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Auf Erfolgskurs ist das Reiseland Deutschland, und das seit vielen Jahren. Im Vorjahr wurden in Deutschlands Beherbergungsbetrieben 424,1 Millionen Übernachtungen registriert. Das ist ein Plus von drei Prozent gegenüber 2013 – und das fünfte Rekordjahr hintereinander. In der europäischen Statistik liegt Deutschland vor Spanien und Italien. Noch mehr: In dieser Statistik werden nur Einheiten über 10 Betten gezählt. So gibt es einen großen Graumarkt: neben Sofatourismus und Verwandtenbesuchen all die Quartiere unter 10 Betten. Reinhard Meyer, Präsident des Deutschen Tourismusverbandes [DTV], schätzt diesen Graumarkt auf 338 Millionen Übernachtungen. Meyer: „Das ist ein gewaltiges Wirtschaftspotenzial. Für dieses Jahr rechnet er mit einem Übernachtungsplus von zwei Prozent.

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Für Fremdenverkehrsabgabe: DTV-Hauptgeschäftsführerin Gilles, DTV-Präsident Meyer

Jetzt könnten sich der DTV-Präsident und die DTV-Hauptgeschäftsführerin Claudia Gilles entspannt zurücklehnen und sagen: Haben wir gut gemacht… Aber sie taten genau das Gegenteil: Auf einer Pressekonferenz haben sie die Erfolgsnachrichten mit deutlicher Kritik an Infrastruktur und touristischem Marketing.

[Die Pressekonferenz liegt schon einige Zeit zurück. Leider fand sie am 2. März statt, zwei Tage vor der ITB – das war der denkbar schlechteste Zeitpunkt. So war denn auch nur eine Handvoll Journalisten anwesend. Dabei war die Pressekonferenz inhaltlich spannend, gut strukturiert, nicht zu lang. Mit solch einem Stoff und diesen zwei Referenten wäre ich an die ITB-Öffentlichkeit gegangen. Vertane Chance!]

Ja, es laufe gut mit dem Deutschland-Tourismus, räumt Meyer ein: „Aber es läuft nicht von selber.“ Es wird nach Ansicht des DTV „zu wenig investiert in Verkehrsinfrastruktur“. Auch beim touristischen Marketing sieht er Defizite. Ist allen Verantwortlichen wirklich bewusst, dass die Menschen in Deutschland immer weniger und immer älter werden? Der Gesundheitstourismus wird zunehmen. „Was bedeutet Urlaub mit 60 plus?“ fragt Reinhard Meyer. Der Anteil der Deutschen aus dieser Altersschicht beträgt 30 Prozent. Auf der einen Seite werden laut Meyer die Kunden immer anspruchsvoller, auf der anderen Seite haben die Kommunen kein Geld, diesen Ansprüchen gerecht zu werden. „Die Bereitschaft ist geringer geworden, in den Tourismus zu investieren“, sagt der DTV-Präsident.

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Vorbildlich: St. Peter Ording
Foto: Tourismus-Zentrale St. Peter-Ording

St. Peter Ording ist für Claudia Gilles ein Positivbeispiel: Hier sei der Investitionsbedarf erkannt und investiert und modernisiert worden. Um so etwas stemmen zu können, plädiert der DTV für eine Fremdenverkehrsabgabe. Dazu heißt es in einer Pressemeldung des DTV: „Das Prinzip der Tourismusabgabe: Alle, die am Tourismus verdienen, leisten einen Beitrag. Dazu gehören nicht nur Hotels und Gaststätten, auch vom Einzelhandel, Tankstellen oder Friseuren können abgestufte Beiträge erhoben werden. Die Einnahmen verschwinden nicht, wie bei der Bettensteuer, im kommunalen Haushalt, sondern sind für die touristische Infrastruktur und die Vermarktung bestimmt.“ Es ist noch ein weiter Weg, bis die Kommunalen Abgabegesetze nicht nur in einigen, sondern in allen Bundesländern die Fremdenverkehrsabgabe zulassen. Den Akteuren ist laut Meyer „oft nicht bewusst, wie viel Geld Touristen lassen“.

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