Tagebuch: Ohren wie Verkehrsschilder – Kreta III

26 05 2015

Dienstag, 26. Mai 2015

Zweiter Tag meines Landrover Adventure Greece, der abenteuerlichen Kreta-Woche. Am ersten Tag waren wir zwölf Stunden unterwegs. Heute soll die Tour kürzer sein. Das Fahren auf schmalen, unbefestigten Pfaden an Steilhängen entlang ist nicht ungefährlich. Aber die Fahrzeuge mit Allradantrieb bleiben in der Spur, neben spielend jede Steigung und bremsen automatisch ab, wenn es bergrunter geht. Nicht selten versperren Ziegen- oder Schafherden den Weg. Die Ziegen sind kein Problem, denn sie galoppieren davon, wenn sich die Autokolonne nähert. Aber die Schafe bewegen sich nicht gerne fort von ihrem Liegeplatz. Die Vorbeifahrt ist dann Millimeterarbeit.

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„In die Berge – abseits der bekannten Strecken“ ist das heutige Motto. Es hält, was es verspricht. Die Tagestour führt uns rund um die Lassithi-Hochebene in den Osten der Insel. Hoch über der Lassithi treffen wir andere Ausflügler im Geländewagen und haben Mitleid mit ihnen: Sie sitzen zu neunt im Landrover Defender, der auch aussieht wie ein echter Geländewagen. Unsere Schnurrkatzen, die neuen Landrover Discovery Sport, gleichen dagegen etwas aufgemotzten Limousinen. Es ist übrigens rührend zu beobachten, wie die beiden Landrover-Instruktoren Marcus und Peter die Autos hätscheln, als seien es ihre Babys.

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Wie oft schon war ich in der Lassithi-Ebene. Aber sie hat ihren größten Reiz verloren, nämlich die zehntausend Windräder mit ihrer dreieckigen, weißen Bespannung. Früher war das ein herrliches Bild. Die Windräder waren dazu da, Grundwasser zu fördern. Heute erledigen das Motorpumpen. Einmal blicken wir auf der Rückfahrt auf ein tief unten liegendes Tal, das ganz in Weiß schimmert. Aber das ist sind keine Schneeflächen, sondern dicht an dicht stehende Plastik-Gewächshäuser. Irgendwann machen wir Halt an einem typosch kretischen Kefenion. Ich mache ein Foto mit drei freundlichen, alten Kretern und unserer Reisegruppe.

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Der dritte Tag ist nichts als Spaß. Wir fahren nur 20 Kilometer durch Elounda zum Dörfchen Plaka, das der früheren Leprainsel Spinalonga genau gegenüber liegt. Ein Boot bringt uns zu einem wunderschönen, schnittigen Katamaran. Und dann beginnt eine herrliche Segeltour, der Katamaran ankert in einer einsamen Bucht, damit wir schwimmen können. Am Abend zuvor haben wir unseren beiden mitreisenden Bloggerinnen Anaïs und Gesa – die beide mit ihrem Charme und Witz viel zum Gelingen der Tour beigetragen haben – versprochen, von ihnen keine Bikini-Fotos zu posten. Großes Indianerehrenwort, das wir auch halten, wir Gentlemen.

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Als der Katamaran am Spätnachmittag vor dem Hotel wieder anlegt, bin ich krebsrot. Sonnenbrand trotz Sonnencreme. Meine Ohren leuchten wie Verkehrsschilder. Nach einer Woche beginnt ihre Haut sich zu pellen. Mein Souvenir an Kreta.

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One response

26 05 2015
Gerd Kramer

Lieber Horst Schwarz, es immer wieder schön, mit Ihnen auf Reisen zu gehen , diesmal auf das von Heidrun und mir geschätzte Kreta. Kürzlich erhielten wir einen längeren Brief von Christa Gehr, in dem sie uns über Ihr und Horst Schallons Ergehen schrieb. Leider geht es beiden ja nicht sehr gut. Herzliche Grüße Gerd Kramer Von meinem iPad gesendet

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