Tagesbuch: Von Karl bis Krippekratz – Aachen 1

23 06 2015

Dienstag, 23. Juni 2015

Wie sich meine Heimatstadt [positiv] verändert hat

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Nun sagen Sie mal, wie hat sich Aachen verändert? Diese Frage habe ich in den vergangenen fünf Tagen mindestens fünfzehnmal gehört. Und das kam so: Seit genau 43 Jahren bin ich weg aus meiner Heimatstadt, seitdem wohne ich in Berlin. So lange meine Eltern lebten, war ich ab und zu – viel zu selten aus heutiger Sicht – in meiner Heimatstadt, auch zur Beerdigung der Eltern. Dann war ich noch dreimal zu Recherchen dort, der letzte Besuch liegt 15 Jahre zurück. [Mal abgesehen von einem Tagesbesuch, der dem Friedhof und einem Museum galt.]

So tief wie diesmal bin ich nie wieder seit meinem Wegzug in diese Stadt eingetaucht. Der aachen tourist service mit Werner Schlösser an der Spitze und Christina Crolla als Pressereferentin hat mir ein exzellentes Programm gestrickt, das weit über meine Wünsche hinausging.

Zu den Veränderungen: Der Hochschulbereich ist enorm gewachsen und drängt noch weiter hinaus. Es gibt mehr Fußgängerzonen als früher. Auf dem altehrwürdigen Katschhof zwischen Dom und Rathaus parken keine Autos mehr. Das Reitturnier-Gelände ist geradezu gigantisch gewachsen. Und nebenan hat Alemannia Aachen ein tolles Stadion gebaut [spielt aber längst nicht mehr entsprechend toll Fußball.]

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Explodiert fast: die weltberühmte Hochschule [oben]. Auf dem Reitturnierplatz in der Soers [unten] finden im August Europameisterschaften statt.

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Aber das ist alles nichts im Vergleich zum größten Unterschied von einst zu heute. Das ist die Außengastronomie. Die gab es früher einfach nicht. Heute wird fast jede Freifläche genutzt – vor dem Elisenbrunnen [früher undenkbar], im Elisengarten, rund um den Hühnerdieb, auf dem Rathausplatz, wohin man auch guckt. Wenn es lecker warm ist [einen halben Tag lang hatte ich das Vergnügen] sieht die Aachener Innenstadt aus wie ein sonnendurchflutetes Städtchen in der Toskana.

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Wenn die Sonne schiene, wäre kein Plätzchen mehr frei.

Noch zwei Tatsachen sind mir aufgefallen: erstens die endlos langen Ampelphasen. Wie da noch ein Verkehr funktionieren kann, ist mir schleierhaft. Und zweitens die Freundlichkeit, ja Herzlichkeit der Aachener. Zur Begrüßung im Aachener Singsang wird gelächelt. Als [Wahl-]Berliner habe ich in dieser Herzlichkeit geradezu gebadet.

Was gleich geblieben ist: Karl der Große ist überall. Im Dom, auf Münzen, als Plastikfigur.

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Karl Überall – in [hochweriger] Plastik. Sein Siegel als Wegemarkierung.

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Alles weitere – der atemberaubende Dom, das anheimelnde Couven-Museum, die phänomenale Ausstellung im neuen Centre Charlemagne, das unvergleichliche Internationale Zeitungsmuseum, ein Besuch in der einzigartigen Stangen-Puppenbühne „Öcher Schängchen“ mit dem Teufel Krippekratz und ein ausführliches Interview mit dem scheidenden Kur- und Verkehrsdirektor Werner Schlösser – in weiteren Tagebuch-Einträgen…

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Ach Aachen, hast Dich wieder in mein Herz geschlichen. Klingt pathetisch. Is‘ aber so.

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One response

25 06 2015
Christina Crolla

Uns hat es auch großen Spaß gemacht, Ihnen Ihr und unser Aachen zu zeigen! Sie sind immer willkommen!

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