Tagebuch: Tendenzen

20 07 2015

Studiosus-Chef Kubsch zu Siegern und Verlierern

Montag, 20. Juli 2015

Ich glaube, wirklich objektive Journalisten gibt es nicht. Objektive Reisejournalisten schon mal gar nicht. Wir geben Erfahrungen wieder, messen diese an vorangegangenen Erfahrungen und halten das für die objektive Wahrheit. Dieser nicht zu erfüllende Wahrheitsanspruch hat mir in den neun Jahren als Leiter der Reiseredaktion der – von der Stiftung Warentest herausgegebenen – Zeitschrift „test“ ziemlich zu schaffen gemacht.

Wenn ich heute den einen oder anderen Reiseveranstalter lobend hervorhebe und den anderen kritisiere, ist das nicht die ganze, objektive Wahrheit, aber nahe an ihr. Das gilt natürlich auch für das Personal der Veranstalter, das mir meistens in Person einer Pressesprecherin oder eines Pressesprechers begegnet.

IMG_0106Das war eine lange Vorrede für die Feststellung, dass ich den Pressesprecher des Reiseveranstalters Studiosus, Dr. Frano Ilic [Foto], nicht nur für sehr nett, sondern auch für sehr kompetent halte. Er und sein Chef, Studiosus-Geschäftsführer Peter-Mario Kubsch, gehen stets äußerst gut vorbereitet in die Pressekonferenzen zur Programmvorstellung und stellen sich – gut gelaunt – den Journalistenfragen. Das war auch vor zwei Wochen in München wieder der Fall. Was die Neuigkeiten betrifft, will ich meinem Bericht nicht vorgreifen, der nächsten Montag in touristik aktuell erscheint. Aber über aktuelle Trends könnte ich etwas erzählen.

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Studiosus-Chef Peter-Mario Kubsch

Der überraschendste Trend ist wohl der Erfolg des Iran als Reiseziel. Für den Studienreise-Veranstalter ist das islamische Land zurzeit die stärkste Fernreisedestination. Der Boom wird auch nicht von entsetzlichen Bildern gebremst, die zurzeit durch die Presse geistern: Da werden zwei Jugendliche gehängt, weil ihnen vorgeworfen wird, homosexuell zu sein.

In einer anderen Destination zeigen Studiosus-Kunden durchaus moralische Empfindlichkeit: Die Indien-Buchungen nehmen seit zwei Jahren ab. Studiosus-Chef Kubsch führt das auf die Berichte über entsetzliche Vergewaltigungen zurück.

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Imageschaden: Indien [Foto PaulWip/poxelio.de]

West-, Ost- und südliches Afrika bezeichnet der Studiosus-Chef als „schwierige Regionen“. Dass aber nach Bekanntwerden der Ebola-Fälle ausgerechnet in Südafrika – von Westafrika weiter entfernt als Frankfurt von Westafrika – sie Buchungen um 55 Prozent zurückgingen, hat Kubsch überrascht: „Das hätte ich nie gedacht!“

Hotel Radisson Blue Djerba

Tunesien: Tendenz gegen null

Als „Großkrisensituation“ bezeichnet der Studiosus-Chef Nordafrika, Nahost, die Arabische Halbinsel. Was ausgesprochen traurig stimmt: „Die Nachfrage nach Tunesien sehe ich bei null.“

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