Tagebuch: Mittelalter-Experten

12 08 2015

Mittwoch, 12.August 2015

Auf Recherchentrip durch den Fläming. Sabine Neumann und ich suchen das Kulturquartier in Jüterbog. Genauer: das Mittelaltermuseum im Kulturquartier im Mönchenkloster in Jüterbog. Was wir finden, ist eine spätgotische Kirche. Und wo ist das Museum?

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Wir fragen eine Gruppe von Hortkindern, die an einer Mauer sitzen und verschnaufen. Sagt mal, wisst Ihr, wo das Mittelalter-Museum ist? Jaaa, rufen sie im Chor, plötzlich aus ihrer Pausen-Lethargie erwacht – und zeigen auf die Kirche. Ward Ihr den schon mal in dem Museum? Jaaa, hieß es wieder im Chor. Und: Dürfen wir wieder mit Euch… Ein größeres Kompliment kann sich ein Museum nicht wünschen…

Also – ohne Kinder – in den Kirchenbau, der zahlreiche Kultureinrichtungen der Stadt untergebracht sind: Archiv, Bibliothek, Bühne, Touristeninformation, Museum zur Jüterboger Stadtgeschichte und eben das kleine Mittelalter-Museum. Wir sind beeindruckt!

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Wie funktionierte ein Klo im Mittelalter? Standen da schon Kartoffeln auf dem Speiseplan? Wozu benutzten Kaufleute ein Kerbholz? Das alles und viel mehr lernen Kinder im Mittelaltermuseum, das ein MitMach-Museum ist. Sie verkleiden sich als Mönch oder Marktweib und erledigen in dieser Rolle Aufgaben, die ihnen das Mittelalter näherbringt. So sollen sie einen Torbogen aus Klötzen selbst bauen und schauen, ob er stabil bleibt. Oder sich im Sticken versuchen: Mädchen konnten im Mittelalter mit 13 Jahren eine Ausbildung zur Garnmacherin machen, die Lehrzeit betrug vier Jahre. Insgesamt 16 Stationen gibt es im ehemaligen Vorratskeller des Klosters, wobei den Kindern das Maskottchen Franzi hilft, die Klostermaus.

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Museumsleiter Norbert Jannek

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„Wir wollen mit Klischees aufräumen“, sagt Museumsleiter Norbert Jannek, „dafür zeigen wir, was für Leute hier lebten und welche Berufe es gab.“ Denn viele Kinder – und auch deren Eltern, die ebenfalls willkommen sind im MitMachMuseum – haben nach seiner Erfahrung diffuse Vorstellungen vom Mittelalter. „Burgfräulein und Ritter suchen sie bei uns vergeblich“, stellt Jannek klar.

Was sie ausprobiert und über das städtische Leben Ende des 16. Jahrhunderts erfahren haben, können die Kinder in ein Forschungstagebuch eintragen. Das gibt es für zwei Altersgruppen. Für die Älteren sind die Fragen und Aufgaben durchaus anspruchsvoll, z.B.: „Schreibe Dein Alter und das Deiner Eltern in römischen Zahlen“. Am Ende des Museumsbesuches erhält jedes Kind eine Urkunde – als „Mittelalter-Experte“.

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