Tagebuch: Pingpong in der Hitze

29 08 2015

Samstag, 29. August 2015

Uff, es war ein heißer Tag im Juli, als ich mich ins Hotel Berlin!Berlin! quälte, um Robert van der Graaf, Regional Vice President Europe, Middle East & Afrika der Worlhotels [was für ein Titel!] , zu interviewen. An einem Samstagnachmittag! Es wurde zu meiner Überraschung ein anregendes Gespräch – Fragen und Antworten gingen hin und her wie beim Pingpong. Hier das Resultat [das in leicht abgewandelter Form in der Ausgabe 33-34 vom 24. August 2015 von touristik aktuell erschienen ist]:

Robert van der Graaf

Robert van der Graaf

Nein, eine reine Hotelvertriebsgesellschaft, das wollen die Worldhotels nicht sein. „Wir sind eine Hotelgruppe für 4- und 5-Sterne-Hotels im Wettbewerb mit Kettenhotels“, sagt der Gruppe. Und überraschend fügt er hinzu: „Wir haben ein Alleinstellungsmerkmal: Keine zwei Häuser sind gleich.“ Da liegt nach seiner Meinung der Vorteil der Mitgliedsbetriebe. Weil „der Gast müde ist, nicht mehr überrascht zu werden“, seien individuelle Häuser gefragter denn je. Und individuell sind sie. Zu den 500 Mitgliedshotels in 250 Destinationen zählen „der 5-Sterne-Familienbetrieb mit 50 Zimmern in Paris und das Hotel mit viereinhalbtausend Zimmern in Las Vegas“ (van der Graaf). Auch nationale Hotelgruppen können mit ihren Häusern Mitglied werden, z.B. die Fleming Hotels.

Ironie des Schicksals: Ausgerechnet von einer heute internationalen Hotelkette sind die Worldhotels vor 45 Jahren ins Leben gerufen worden, und zwar von Steigenberger als Gegengewicht gegen große amerikanische Hotelketten. Aber heute ist kein Steigenberger-Haus mehr Mitglied. Die heutigen Mitgliedshotels bleiben selbständig, aber Worldhotels übernehmen ähnlich wie bei Best-Western Aufgaben wie Vermarktung, Vertrieb, Schulung und Qualitätssicherung. Einmal im Jahr wird jedes Mitgliedshotel anonym überprüft. „Wir messen die Häuser dabei an den internationalen Hotelketten“, betont van der Graf. Die Häuser erhalten über die Überprüfung einen Report. Der wird in den meisten Hotels ausdrücklich begrüßt.

Permanent sind die Wordhotels, deren Zentrale in Frankfurt angesiedelt ist, auf Expansionskurs. „In Deutschland suchen wir beispielsweise noch Häuser in Düsseldorf, Stuttgart, München, Hamburg und Berlin“, sagt van der Graaf. In Berlin sind bislang erst vier Häuser Mitglied, die Hotels Berlin!Berlin!, Berliner Hof, Savoy und Kudamm 101. Auch Skandinavien hält der Regional Vice President für einen guten Markt, um zu expandieren – und Afrika.

Weltweit unterhält Worldhotels 32 Verkaufsbüros, davon in Deutschland drei, und zwar in Hannover, Köln und Frankfurt. „Wir sind stark im Verkauf, auch bei Geschäftsreisen“, betont van der Graf stolz. Die Verkaufsbüros, die mit großen Firmen zusammenarbeiten – z.B. das Verkaufsbüro Hannover mit VW – ,sind für den gesamten Account der betreffenden Firmen zuständig. Das macht Sinn, denn die Firmen benötigen Hotelzimmer in verschiedenen Destinationen weltweit. Alle Häuser sind über Worldhotels auch individuell buchbar. Ein Kundenbindungsprogramm und Partnerschaften z.B. mit Sixt und verschiedenen Airlines gehören zum Kleinen Einmaleins der Vermarktung.

Diffiziler ist der Weg, wie sich die Mitgliedhotels selbst einbringen können, um bekannter und damit besser buchbar zu werden. „Jedes Hotel hat eine eigene Identität“, sagt Robert van der Graaf, „diese Geschichte gilt es zu transportieren.“ Oder anders formuliert: „Wir wollen die Hotels inspirieren, ihre ganz eigene Geschichte zu erzählen“ – mindestens auf der eigenen website.

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