Tagebuch: Der bezahlbare Traum

24 09 2015

Donnerstag, 24. September 2015

Ich habe einmal eine junge Dame gekannt, deren Eltern ihr nach dem Abitur verboten ha-ben, nach Berlin zu gehen, um dort zu studieren. Finanziell und emotional war sie von den Eltern völlig abhängig – und fügte sich. Die Eltern hatten ein merkwürdiges Berlin-Bild: Kra-walle jeden Tag, Kneipen an jeder Ecke, wilde Kerle auf jedem Weg.

Hätten sie gefragt: Wer soll das bezahlen? – wäre das einzusehen. Mit dieser Frage hat sich Josephine Braun auseinandergesetzt, eine „meiner“ Studentinnen aus dem ITB-Projekt der BWL/Tourismus-Studentinnen und –Studenten der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin. Zur Erinnerung: Die Studierenden planen und bespielen einen eigenen Stand auf der größten Tourismusmesse der Welt und arbeiten an dem Projekt in drei Gruppen: Standge-staltung, Marketing und Pressearbeit. Josephine gehört zur Pressegruppe, die ich betreue.

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Josephine Braun

Die Pressemappe zur ITB wird einen Artikel von ihr mit dem Titel „Studieren in der Haupt-stadt – Ein unbezahlbarer Traum?“ enthalten: Die 20-jährige weiß, wovon sie spricht. Sie hat vor zwei Jahren ihr Abitur in der beschaulichen Kleinstadt Eisenhüttenstadt, nahe der polni-schen Grenze, abgelegt. Sie ist dann gerade volljährig, direkt nach dem Abitur im Juli 2013 nach Berlin gezogen, übrigens in ein Studentenwohnheim, wo sie immer noch wohnt. Hier ihr Bericht:

Jedes Jahr stellt sich für tausende junge Menschen in Deutschland die Frage: „Wie soll mein Werdegang nach dem Abitur verlaufen? Und wohin führt mich mein Weg?“. Die Bundes-hauptstadt Berlin steht dabei bei vielen frisch gebackenen Abiturientinnen und Abiturienten ganz oben auf der Liste beliebter Studienorte. Die Umsetzung dieses Traumes hat allerdings ihren Preis. Studiengebühren sowie Miet- und Nebenkosten können das durchschnittliche Budget einer angehenden Studentin bzw. eines Studenten schnell übersteigen. Ein duales Studium erweist sich daher als nützliche Alternative zu einem klassischen Studium.

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Duales Studium BWL/Tourismus an der HWR Berlin: Studierende

einige der Tourismus-Studierenden 1

Die Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) Berlin hat sich mit dem „Fachbereich 2 – Duales Studium“ auf insgesamt 17 duale Bachelorstudiengänge spezialisiert und ist für hunderte Studieninteressierte aus ganz Deutschland jährlich erste Anlaufstelle in der Hauptstadt. Besonders attraktiv ist der Studiengang BWL/Tourismus, da dieser in Berlin einmalig an einer staatlichen Hochschule angeboten wird. Dementsprechend ist es nicht sehr einfach, einen der begehrten Studienplätze zu bekommen. Bereits am ersten Tag bestätigte der Fachrichtungsleiter Prof. Dr. Dr. habil. Jörg Soller seinen 28 Studierenden des Jahrganges 2013: „Sie sind privilegiert, hier Studierende dieses Studienganges zu sein.“.

Wegen der hohen Nachfrage wird es ab Oktober 2015 jedes Jahr zwei Kurse in der Fachrich-tung mit jeweils ca. 35 Studierenden pro Gruppe geben. Dadurch werden die Chancen für die Bewerber zwar erhöht, dennoch sollten sich Interessenten etwa ein Jahr im Vorfeld bereits für einen Studienplatz bewerben. Voraussetzung für die Immatrikulation an der Hochschule ist nämlich ein gültiger Ausbildungsvertrag mit einem Unternehmen, welches mit der HWR Berlin und der Fachrichtung kooperiert. Dieses verpflichtet sich mit Unterzeichnen des Vertrages, den Studierenden während der Praxisphasen in den sechs Semestern bei sich im Betrieb auszubilden und ihn auch während der Theoriephasen zu vergüten. Bei den Studierenden der Fachrichtung BWL/Tourismus handelt es sich dabei um Hotels und Tourismusunternehmen in und um Berlin, aber auch in Dresden, Frankfurt/Main oder auf Rügen an der Ostsee. Diese Form des Studiums ist demnach nicht nur an Berlin gebunden, sondern bietet den Studierenden auch an anderen deutschen Standorten die Möglichkeit, wertvolle Erfahrungen in der Tourismusbranche zu sammeln. Das nötige Fachwissen hierzu wird ihnen während der Theoriephasen an der Hochschule vermittelt. Natürlich sind die drei Studienjahre durch die Verbindung von Theorie und Praxis sehr lernintensiv, und es gibt keine Semesterferien, was für viele Bewerber zunächst abschreckend wirkt.

Für einen Dualstudierenden wird es allerdings mit jedem Semester immer normaler, auch während der Praxisphasen neben der Arbeit im Betrieb Semesterabschlussarbeiten zu verfassen oder für Klausuren zu lernen. Dennoch stellen die Besonderheit und Vielfältigkeit des Studiums, die pro Studienjahr steigende Vergütung und vor allem die Praxiserfahrungen, welche die Studierenden auf ihr zukünftiges Berufsleben vorbereiten, einen hohen Mehrwert im Vergleich zu einem normalen Studium dar. Hinzu kommt, dass es sich um einen Intensivstudiengang handelt, der nach erfolgreichem Abschluss der sechs Semester mit insgesamt 210 Credit Points belohnt wird. Somit besteht nach dem Bachelorstudium die Möglichkeit, die reguläre Masterstudienzeit von zwei auf eineinhalb bzw. ein Jahr zu verkürzen.

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Der Fachleoter Prof. Dr. Jörg Soller, Studierende

Bezüglich der schwierigen Wohnungssituation in Berlin und der steigenden Mieten sind bei-spielsweise Studentenwohnheime oder Wohngemeinschaften eine gute und vor allem kos-tengünstige Möglichkeit, Studien- und Wohnort miteinander zu vereinen. Zwei der Wohn-heime des Studentenwerks Berlin gibt es auch in der Nähe des Campus Lichtenberg der HWR Berlin, welcher Hauptstandort des „Fachbereich 2 – Duales Studium“ ist. Zwar sind die Wohnheimplätze wegen der aktuellen Situation auf dem Berliner Immobilienmarkt sehr begehrt, mit etwas Ehrgeiz und frühzeitiger Bewerbung lässt sich jedoch der Traum vom bezahlbaren Leben und Studieren in der Hauptstadt in die Realität umsetzen.

Josephines Ausbildungsbetrieb ist das Ramada Hotel Berlin-Alexanderplatz. Dort hat sie im August und September 2013 mit vier Kommilitonen – darunter zwei weitere Mitglieder der Pressegruppe – ein Praktikum zur Einarbeitung im Servicebereich abgelegt. Im Oktober 2013 ging dann offiziell das Studium los.

Ihr Berufswunsch? „Das ist so eine Sache“, sagt Josephine, „momentan könnte ich mir vieles vorstellen, da die Tourismusbranche so viele verschiedene Möglichkeiten bietet.“ Vielleicht führt der Weg von der Hotellerie und eher in den Reiseveranstalter- oder Geschäftsreisebe-reich. Josephine Braun: „Allerdings interessiere ich mich auch für Personalwesen, Fluggesell-schaften und Kreuzfahrten. Es würde mich auch reizen, für einige Zeit im Ausland auf einem Kreuzfahrtschiff zu arbeiten…“ Auch ein Traum. Auch er ist erfüllbar.

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One response

25 09 2015
Hotte

Schöner Text. Guter Bericht, finde ich.
Im ersten Satz mal die Kommasetzung prüfen (sonst klickt man gleich wieder weg) und vor allem die ganzen Trennungsstriche weg, da wo sie nicht hingehören, stört unheimlich den Lesefluss.
Bsp.: polni-schen Grenze; Standge-staltung

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