Tagebuch: edle Rumpelkammer

10 10 2015

Samstag, 10. Oktober 2015

„Von Hockney bis Holbein“ heißt die Ausstellung der wundersamen Sammlung Würth. Dieser Titel – das ist Kunstgeschichte rückwärts. Hockney ist einer der bedeutendsten und einflussreichsten Künstler der Gegenwart. Hans Holbein d.J. ist mit dem Gemälde „Madonna des Bürgermeisters Jacob Meyer zum Hasen“ vertreten. Der Sammler soll für das Meisterwerk aus dem 16. Jahrhundert 50 Millionen Euro gezahlt haben.

Der Sammler heißt Reinhold Würth, ist 80 Jahre alt und wirkt immer noch als Boss der Würth-Gruppe, nach eigenen Informationen Weltmarktführer in ihrem Kerngeschäft, dem Handel mit Montage- und Befestigungsmaterial. Sie besteht aus über 400 Gesellschaften in mehr als 80 Ländern und beschäftigt über 67.000 Mitarbeiter. Davon sind 30.000 fest angestellte Verkäufer im Außendienst. Im Geschäftsjahr 2014 erzielte die Würth-Gruppe einen Umsatz von 10,13 Milliarden Euro.

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Und dann gibt es noch die Kunstsammlung Würth. Das sind 15.000 Werke aus 500 Jahren Kunstgeschichte. Im Gropius-Bau ist nur ein Bruchteil davon zu sehen – aber immerhin 400 Werke.

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Den Lichthof des Museums füllen 25 großformatige Teile der Installation „The Last Judgement Sculpture“ von Anthony Caro aus. Man könnte mir jetzt jeden bedeutsamen Künstlernamen der klassischen Moderne, der Gegenwart, des 20. Jahrhunderts zurufen. Ich würde antworten: Ja, hängt da. Oder steht da. Max Ernst ist im Gropiusbau vertreten, Emil Nolde, Amseln Kiefer, Horst Antes. Andere illustre Namen: Munch und Picasso, Beckmann und Warhol – und vieles, vieles mehr. Die Ausstellung ist eine Rumpelkammer, aber eine sehe edle. Sie erschlägt, aber sie macht glücklich.

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