Tagebuch 7 Hügel

18 11 2015

Mittwoch, 18. November 2015

Lissabon sollten Besucher als erstes von oben betrachten. Dazu gibt es über ein halbes Dutzend treffliche Gelegenheiten – diverse Aussichtspunkte, eine Festung und den 1875 errichteten Triumphbogen Arco de Rua Augusta. Der Blick auf das Auf und Ab der Stadt der sieben Hügel und auf den Fluss Tejo, der weiter draußen in den Atlantik mündet, ist atemberaubend. Und er bietet den Vorteil, dass man die Zerfallserscheinungen nicht erblickt, die Lissabon bei näheren Hinsehen prägen: die leerstehenden Häuser, die bröckelnden Fassaden, die rissigen Fayencen an den Hauswänden.

Lissabon 2 - Stadtbild 2

Von seiner modernen Seite zeigt sich Lissabon auf dem Expo-Gelände von 1998. Von der Weltausstellung sind nur wenige Bauten erhalten, heute säumen hypermoderne Bauten mit Edelwohnungen und Büros den Park der Nationen. Eine Seilbahn erschließt das Gelände. Größte Touristenattraktion ist das Oceanario, das zweitgrößte Meeresaquarium der Welt.

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Auch das alte Lissabon ist bei allen Problemzonen eine schöne Stadt. Wer sie erkundet, muss wegen der Hügel gut zu Fuß sein. Am besten begeben sich Besucher mit der historischen Straßenbahn der Linie 28 auf Sightseeingtour. Das Stadtbild mit vielen repräsentativen Bauten geht im Wesentlichen auf die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts zurück, als die Stadt nach dem verheerenden Erbeben von 1755 fast völlig wieder aufgebaut werden musste. Mitreißend schildert dies und andere geschichtliche Ereignisse das Lisboa Story Centre, die interaktive Geschichtsshow am Terreiro do Paco. Das ist einer der schönsten Plätze der portugiesischen Hauptstadt.

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Voller Anregungen, was sie sich in der Stadt ansehen wollen, verlassen Besucher das Lisboa Story Center. Die Liste ist lang und gespickt mit Museen – von denen es über 40 gibt -, Parkanlagen, mittelalterlichen Gassen, Restaurants, Fado-Kneipen und Cafes. Besonders beliebt ist das A Brasileira im Stadtteil Bairro Alto. Wer hat sich nicht schon alles mit der vor dem Cafe stehenden Bronzestatue des Dichters Pessoa fotografieren lassen.

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Noch berühmter und ein absolutes Muss für jeden Besucher Lissabons ist das weißblau gekachelte Cafe Pasteis de Belem in der Rua de Belem 84. Hier werden nach einem Geheimrezept seit 1837 Eiersahnecreme-Blätterteigtörtchen gebacken. An Tagen mit großem Andrang werden von ihnen 20.000 und mehr serviert.

Lissabon 7 - Cafe Pasteis de Belem

Das Rezept soll in der Küche des benachbarten Mosteiro dos Jeronimos ausgeklügelt werden sein. Das weitläufige Kloster mit seiner verspielten Architektur ist eines der wenigen Bauwerke im manuelinischen Stil, die das große Erdbeben überstanden haben.

Lissabon 5 - Hieronymitenkloster 2

Der Stil ist die portugiesische Ausprägung des Spätbarock mit einer Prise Renaissance. Die Klosteranlage gehört ebenso zum Unesco-Weltkulturerbe wie der in der Nähe stehende Torre de Belem. Der Festungsturm an der Tejo-Mündung ist das wohl bekannteste Wahrzeichen der Stadt. Auch er ist ein Relikt des nach König Manuel I. (1469 bis 1521) benannten Architekturstils. In der Hochsaison stehen hier Touristen Schlange. Sie wollen hinauf auf die Aussichtsplattform, um aus 35 Meter Höhe auf die Stadt zu blicken.

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