Tagebuch: ohne Moos nix los

10 02 2016

Mittwoch, 10. Februar 2016

Ein warmer Regen von 3,5 Millionen Euro geht auf den Berlin-Tourismus nieder. Das Geld wird geschickt angelegt.

Da hat Berlin eine schöne Quelle entdeckt, Steuern einzunehmen: die City Tax, auch Betten-steuer genannt. Sie beträgt 5 Prozent des Netto-Übernachtungspreises – also ohne Umsatz-steuer und ohne die Bezahlung anderer Dienstleistungen wie Minibar, Saunabesuch und Wellnessanwendungen. Geschäftsreisende sind von der City Tax ausgenommen, müssen den beruflichen Reisezweck allerdings nachweisen können.

Soweit so teuer. Die Einnahmen liegen bei über 40 Millionen Euro. Der Großteil verschwin-det im Steuersäckel, etwa 10,5 Millionen Euro werden als warmer Geldregen wieder ausge-schüttet. Je ein Drittel geht an den Sport, den Kulturbereich und den Tourismus. Der kann das Geld gut gebrauchen. „Ohne Moos nix los“, freut sich der oberste Berlin-Werber, Burk-hard Kieker. Der Chef von visitBerlin: „Marketing kostet.“

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Kieker und Cornelia Yzer, Berlins Senatorin [=Ministerin] für Wirtschaft, Technologie und Forschung, stellten gemeinsam den Verteilungsplan vor, wer wieviel Geld wofür im Berlin-Tourismus erhält. Also:

Mit einer Million Euro geht der Löwenanteil der Mittel in das Projekt „Health Excellence – Medizinhauptstadt Berlin“. Berlin will mehr Medizin-Touristen. Jährlich besuchen 17.000 bis 21.000 internationale Patienten Berlin und bringen der Stadt einen Umsatz von 100 bis 150 Millionen Euro pro Jahr. Die Zahl soll nun auf 30.000 ausländische Medizintouristen gepusht werden. Die sind nicht alle schwer krank. Auch Wellness-Patienten zählen dazu und Begleit-personen.

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Die Bedeutung des barrierefreien Tourismus nimmt vor dem Hintergrund des demographi-schen Wandels stark an Bedeutung zu. Ziel der 350.000 Euro-Zuwendung ist es, eine geogra-phische Modellroute zu realisieren, anhand derer sich Gäste mit eingeschränkter Mobilität vom Flughafen über die U-Bahn und Museum bis ins Hotel bewegen können. Dazu bald mehr.

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Nächste Punkte: Mit 190.000 Euro soll der WLAN-Aufbau an touristisch besonders frequen-tierten Bahnhöfen – Brandenburger Tor, Stadtmitte, Potsdamer Platz oder Wittenbergplatz – noch in diesem Jahr ermöglicht werden. Für 175.000 Euro werden 50 Ladepunkte für Elekt-roautos errichtet. Vergangenes Jahr war Berlin sehr erfolgreich mit den sogenannten Pop-up-Stores, die in fünf europäischen Hauptstädten für die Tourismus- und Wirtschaftsmetro-pole Berlin geworben haben. Diese Aktivitäten sollen in diesem Jahr mit einer Finanzspritze von 600.000 Euro auf Istanbul, Tel Aviv und andere Städte in Übersee ausgedehnt werden.

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VisitBerlin plant zwei Marketingkampagnen für insgesamt 600.000 Euro aus dem City Tax-Topf: „eine Kampagne für Kongressanbieter mittels neuer digitaler Lösungen und eine Social Media-Kampagne für das Publikum in internationalen Wachstumsmärkten“ [Kieker]. Mit weiteren 650.000 Euro wird Berliner Bezirken geholfen, ihr Tourismusmarketing auszubau-en, auch darüber berichte ich noch einmal gesondert.

Fazit: mit City Tax-Moos ist ganz schön viel was los.

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