Tagebuch: Die Küste der Götter

28 02 2016

Sonntag, 28. Februar 2016

Gerade mal 15 Jahre alt ist der Name „Olympische Riviera“. Er dient zur Vermarktung eines 70 Kilometer langen Küstenstreifens in der griechischen Präfektur Pieria in Makedonien. Der neue Markenname ist gut gewählt, denn die Küstenorte liegen sozusagen im Schatten des Olymps.

„Ein wahrhaft göttliches Reiseziel“ nennt deshalb Ury Steinweg, CEO des Studienreise-Veranstalters Gebeco, diese Region. Sie ist für ihn „noch ein echter Geheimtipp“, weil sie „bei weitem nicht so bekannt ist wie die italienische oder türkische Riviera“ – oder griechische Destinationen wie Kreta, Rhodos oder Korfu. Dabei ist die Küste nur eine Stunde Autofahrt vom Flughafen Thessaloniki entfernt. Es gibt auch eine vorzügliche Zugverbindung nach Thessaloniki.

Riviera 2Foto: Gebeco

Die Olympische Riviera wird in erster Linie von griechischen Urlaubern gewählt und ist weit davon entfernt, bei deutschen Veranstaltern zum Volumenziel aufzusteigen. Aber Studienreisen-Anbieter haben sie durchaus im Programm – z.B. Gebeco im Rahmen des Arrangements „Die ausführliche Reise durch Griechenland“.

Hauptstadt der Präfektur ist Katerini, eine typisch griechische, aber geschichtslose Kleinstadt im Hinterland. Am Stand liegen bekanntere Badeorte wie Paralia und Leptokaria, wo sich größere Hotels angesiedelt haben. Dazwischen finden Urlauber immer wieder kleinere Orte oder Siedlungen und bewirtschaftete Strände. Insgesamt stehen 20.000 Urlauberbetten zur Verfügung. Der Strand ist schmal, der Sand oft von Kiesel durchsetzt. Aber er ist sanft abfallend und deshalb für Familien mit kleineren Kindern gut geeignet.

Die Saison an der Olympischen Riviera ist kurz und reicht nur von Ende April bis Anfang Oktober. Aber auch schon vor deren Ende schließen viele Hotels und Restaurants. Dabei ist gerade der Herbst die große Zeit der Wanderungen durch das Bergmassiv des Olymp, übrigens griechischer Nationalpark und Unesco-Biosphärenreservat. Der mythischen Überlieferung nach hatte die griechische Götterwelt hier ihren Sitz. Wenn die höchsten Gipfel von Wolken verhüllt sind, so weiß es die Bevölkerung von Pieria noch heute, sind sie anwesend. Frühling und Herbst sind auch die große Zeit der Ausflüge – weit bis zu den Meteora-Klöstern, nicht ganz so strapaziös bis zum unterirdischen Museum von Vergina mit den Königsgräbern oder ganz in die Nähe zu den sehenswerten Resten der antiken Stadt Dion.

Muscheln 4

Muscheln 1 - etwas heller

Eine Attraktion erwartet wohl kein Urlauber in dieser Region: eines der größten Zuchtgebiete von Miesmuscheln in Europa. 500 Züchter ernähren mit ihrem Gewerbe 5000 Menschen der Region. Das Zuchtgebiet liegt bei Makrigialos im Norden der Küste. Wer sich als Urlauber von einem der Züchter-Kutter mit hinaus nehmen lässt, sieht zuerst blaue Plastikfässer – Markierungspunkte für die Seile, an denen die Muscheln kleben. 90 Prozent dieser Miesmuscheln werden nach Italien, Spanien und Frankreich exportiert. Also bleiben noch genug der kleinen Deliktessen im Lande. Die Tavernen von Makrigialos bieten unvergesslich köstliche Miesmuschel-Gerichte.

Muscheln 2 - neu

Muscheln 3

Dieser Bericht von mir ist in leicht geänderter Fassung in der Ausgabe 7/2016 vom 22. Februar von touristik aktuell erschienen.

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