Tagebuch: Das Schweigen der Branche

1 03 2016

Dienstag, 1. März 2016

Ungeheure Fremdenfeindlichkeit schadet dem Ruf des Reiselandes Deutschland. Aber die Branche schweigt. Das regt meinen Kollegen Thomas Riebesehl gehörig auf. In einem Spot – so eine Art Leitartikel – in touristik aktuell [Ausgabe 8/2016 vom 29. Februar] macht er seinem Herzen Luft.

„Ich bin enttäuscht“ lautet die Überschrift. Und dann legt der Kollege los – hier sein Text im Wortlaut: Es gibt Tage, da treibt es mir die Zornesröte ins Gesicht, wenn ich morgens das Radio einschalte. Vielleicht werde ich aber auch eher rot vor Scham, wenn ich erfahren muss, dass mal wieder ein aufgebrachter Mob ein Asylbewerberheim anzündet oder, wie jüngst im sächsischen Clausnitz, im Bus ankommende Flüchtlinge zu Tode ängstigt. Geht es Ihnen nicht ähnlich, gerade als Touristiker? Daher ist es für mich enttäuschend, dass eine Branche, die wirtschaftlich wie keine andere auf Gastfreundschaft und Völkerverständigung abgewiesen ist, zu solchen Ungeheuerlichkeiten bislang mehr oder weniger schweigt.

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Warum kann die DZT nicht mal öffenbtlich klare Kante zeigen? Oder auch der DRV? Denn dass Deutschlabnd zu Recht um das Image eines weltoffenen Urlaubslandes bangen muss, zeigt das Beispiel Dresden. Das beliebte Städteziel muss erstmals seit Jahren ein Gästeminus hinnehmen, was die örtlichen Tourismuswerber uf Pegida zurückführen.

Wer jetzt meint, Touristiker hätten sich nicht in aktuelle politische Konflikte einzumischen, dem sei gesagt: Es vergeht kein Tag, an dem Branchenvertreter keine Politik machen. Aber richtig, dass ist ja nur Lobbyarbeit. Und Flüchlinge haben leider keine Lobby.

Bravo, Thomas!

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