Tagebuch: vom Provinznest zum Hotspot – Zypern I

21 04 2016

Donnerstag, 21. April 2016

Der Aufstieg von Paphos begann mit der Teilung Zyperns. Nach der türkischen Invasion 1974 fehlte es dem griechischen Teil der Mittelmeerinsel an einem internationalen Flughafen und an attraktiven Badestränden. Ich war im Dezember dort. Hier mein Bericht – fast wortgleich ist er kürzlich in meinem Zypern-Special von touristik aktuell erschienen [Ausgabe 13/2016 vom 4. April]:

Heute ist Paphos zwar immer noch die kleinste der Provinz-Hauptstädte im griechischen Teil Zyperns – aber auch der Ankunftsort für alle Reisenden und einer der Touristen-Hotspots. Mit 28.000 Urlauberbetten ist Paphos nach Agia Napa, wo es 31.000 Betten geben soll, die zweitgrößte touristische Siedlung.

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Die Hotelauswahl ist entsprechend groß. Sehr beliebt bei deutschen Veranstaltern und Urlaubern ist zum Beispiel das zur Leptos-Gruppe gehörende Coral Beach Hotel & Resort. Der Fünf-Sterne-Komplex mit 424 Zimmern in verschiedenen Kategorien lässt kaum einen Urlauberwunsch unerfüllt: Ein Executive-Trakt mit Studios und eigener Rezeption und eigener Frühstückslounge garantiert absolute Ruhe, die Familienzimmer in einem weiter entfernteren Flügel Spaß und Trubel. Sechs Restaurants stehen zur Verfügung, ein eigenes Arts & Crafts Center für kleine und große Picassos sowie zahlreiche Tagungs- und Kongressräume. Das breite Sportangebot wird von einem Pool mit olympischen Maßen gekrönt – Relikt aus der Zeit, als hier die britische Nationalmannschaft für die Olympiade in Athen trainierte.

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Urlauber in Paphos haben es nicht weit, wenn sie etwas Kultur tanken möchten. Denn nur zum Baden ist die Destination einfach zu schade. Da ist erst einmal die Innenstadt von Paphos selbst mit mittelalterlichem Kastell, Minarett, Türkenviertel und neoklassizistischen Bauten aus der Zeit der britischen Kolonialzeit bis 1960.

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Ein Muss auf jedem Besichtigungsprogramm sind die so genannten Königsgräber aus dem dritten Jahrhundert v. Chr., der Zeit der Ptolemäer-Herrschaft. Die unter Schutz des Unesco-Weltkulturerbes stehenden, in den Naturstein gehauenen unterirdischen Begräbnisstätten waren nicht für Könige – die es zu dieser Zeit gar nicht gab -, sondern für die reiche Oberschicht gedacht. Auf dem weitläufigen Gelände gab es früher erheblich mehr Gräber, aber sie wurden über Jahrhunderte als Steinbrüche benutzt.

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Eine zweite Kostbarkeit sind die römischen Mosaiken, die Villen reicher Römer zierten. Die einzelnen Ausgrabungen sind überdacht und durch Stege leicht zugänglich. Die Mosaiksteine in fast allen denkbaren Farben sind alle aus Naturstein von Zypern zurechtgehauen. Einige sind riesig. So sind allein in der Villa des Prokonsuls 9.000 Quadratmeter mit Mosaiken bedeckt. Im Haus des Dionyssos liegen zwei Mosaike nebeneinander, die 600 Jahre trennen. Das linke aus dem Jahr 300 v.Chr. ist aus unbearbeiteten, runden Schwarzweißsteinen geformt; das rechte aus der Zeit von etwa 300 n.Chr. ist ein meisterhaftes Bild, das aus fein bearbeiteten farbigen Steinen besteht.

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Kulturell bietet Paphos mehr als diese beiden Ausgrabungen – und ist 2017 eine der Kulturhauptstädte Europas. Geplant ist, dass sich Paphos als Brücke präsentiert, die Kulturen verschiedener Kontinente miteinander verbindet.

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