Notizbuch: heiteres Rheinland

19 08 2016

Freitag, 19. August 2016

Ein paar Tage war ich in einer anderen Welt: in Düsseldorf. In Nordrhein-Westfalen. Im Rheinland also. Obwohl der Radius meiner Ausflüge nicht groß war, habe ich eine beeindruckende Sehenswürdigkeit nach der anderen entdeckt. Ein fantastisches Reiseland ist dieses Deutschland.

Das Glücksgefühl, mal wieder im Rheinland zu sein, wo ich die ersten 30 Jahre meines Lebens verbracht habe, begann schon mit der Busfahrt von BerlinLinienBus: Der Fahrer war hörbar ein Rheinländer.

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Als eine ältere Dame den kurzen Aufenthalt in Dortmund oder sonstwo [ich weiß es nicht mehr genau] nutzte, um zur Toilette zu flitzen, fuhr der Fahrer ohne sie los. Denn niemand hatte ihm Bescheid gesagt. Als er mit dem Bus schon den ZOB verlassen hatte, wurde er auf den fehlenden Passagier aufmerksam gemacht. Seine Reaktion: „Dann drehen wir noch eine Runde. Das ist für Sie kostenlos.“ Und begrüßte dann die verlorengegangene Passagierin: „Schön,. Dass Sie wieder da sind.“ Ein Rheinländer halt. Wenn ich mir vorstelle, wie ein Berliner Busfahrer die Dame zusammengefaltet hätte…

Düsseldorf. Mit meinen Freunden in die Altstadt, zum Uerige. Schnell hatte ich neue Freunde gefunden. Motto: Eure Freunde sind auch unsere Freunde. Rheinland!

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Düsseldorf, Spaziergang entlang der Rheinpromenade [keine Ahnung, ob die auch so heißt]: volle Cafés, heitere Menschen, Straßenkünstler, eine Mädchenbande beim Junggesellinnen-Abschied [die Braut hochschwanger]. Drei Mädels aus Weißrussland, die Musik machen. Alles ist heiter. Und die Architektur gefällt mir ausnehmen gut.

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Nächster Tag: Ausflug zu Bruder und Schwägerin nach Beuel. Im überfüllten Zug: Heiteres Gequatsche – jeder mit jedem. Ich sag’s noch einmal: Rheinland! In Brühl haben wir das Schloss von außen bewundert, sind durch den weiten, zum Teil wilden Schlossgarten spaziert und haben dann das Max-Ernst-Museum besucht. Übrigens: ein Traum von einem Museum, ein Traum vom Œuvre eines Künstlers. Durchaus heiter. Der Mann ist ja auch im Rheinland zur Welt gekommen.

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Nächster Tag. Ausflugsfahrt mit meinem Freund Hanns-Jürgen Klesse. Zuerst haben wir das Ensemble von Schloss Benrath bewundert [Barock und Klassizismus vom Feinsten] und sind durch den Schlossgarten spaziert.

Mit der Fähre über den Rhein. Dort liegt die Zollfeste Zons, ein kleiner Ort mit intakter Stadtmauer, Festungsturm, anheimelnden Gassen und gemütlichen Gaststätten. Kurz: ein gefundenes Fressen für einen Reisejournalisten. Ich also hin zur Touristinfo, den Bericht über dieses wundervolle Städtchen schon im Kopf. Aber da wurde ich ausgebremst: Montag geschlossen.

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Das geht gar nicht. Ich habe schon das Gejammer von Personalnot und Geldmangel im Ohr. Das zählt für mich alles nicht. Es ist provinziell, einfallslos und – geschäftsschädigend.

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Auf der Rückfahrt nach Düsseldorf sind wir über Neuss gekommen. Der Anblick des Münsters traf mich – ohne jede3 Übertreibung – wie ein Pferdetritt. So etwas habe ich noch nie gesehen: eine romanische Kirche, die in die Höhe strebt, leicht in der Architektur und lichtdurchflutet. Das passt wiederum ins heitere Rheinland.

Ich gebe zu: Ich bin nicht mehr objektiv.

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