Notizbuch: Lebers Lebenswerk

11 09 2016

Sonntag, 11. September 2016

Berlin ist so reich an [Kunst-]Schätzen, dass ich immer wieder von Künstlern fasziniert bin, von denen ich – offen zugegeben – bislang nie etwas gehört habe. Jetzt hat das Märkische Museum wieder so einen Schatz gehoben: Werke aus 50 Schaffensjahren des Malers, Grafikers und Bildhauers Wolfgang Leber. Wer die Ausstellung zum 80. des Künstlers – noch bis zum 25. September – besucht, kommt aus dem Staunen so schnell nicht mehr heraus.

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Lebers Lebenswerk ist in dem verwinkelten Gebäudekomplex des Märkischen Museums gar nicht so leicht zu finden. Doch das überaus freundliche Museumspersonal [davon zum Schluss mehr!] hilft gerne weiter. Und dann öffnet sich eine Kette versteckter Räume mit einer klug kuratierten Ausstellung von kleinen Ölgemälden und großformatigen, von Aquarellen, Holz- und Steinarbeiten, kleinen Skulpturen und vielem mehr.

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Fast auf jedem Bild steht eine Figur im Mittelpunkt , oder mehrere. Die Figuren erinnern mich in ihren Proportionen an Oskar Schlemmer. Sie werfen Schatten, aber sie haben keine Gesichter. Sie bleiben anonym. Dies nicht nur in der Großstadt – das ist Berlin, Lebers ewiges Thema – sondern auch in Wohnungen.

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Nur einen kleinen Kritikpunkt habe ich: Die Schilder zu den Werken sind so klein, dass ich sie nur lesen kann, wenn ich ganz nahe an das Kunstwerk herangehe. In der Nationalgalerie wäre jedes Mal die Alarmanlage losgegangen. Denkt doch bitte auch mal an so alte Männer wie mich, liebe Ausstellungsmacher.

Voller Bilderglück bin ich dann noch genüsslich durch Berlins Geschichte spaziert, die im Märkischen Museum auf so wunderbare, überzeugende Weise festgehalten ist. Ich liebe dieses Museum, das ich schon oft besucht habe. Ich würde, wenn ich etwas zu sagen hätte, diesem Museum einen Preis verleihen: für das mit Abstand [!] freundlichste, ja herzlichste Personal aller Berliner Museen.

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aaaaaDiese Herzlichkeit kam uns auch entgegen, als ich vor ein paar Jahren mit meiner kleinen Freundin Pepi das Museum besuchte. Sie war damals vier. Die Museumsmitarbeiter machten sie auf die Spielzeugsammlung aufmerksam, auf Leierkästen.

Mit großen Augen bewunderte Pepi Rüstungen und Waffen. Als ich sie nach dem Rundgang fragte, was ihr denn am besten gefallen habe, kam die Antwort wie aus der Pistole geschossen: „Der genagelte Mann.“ Gemeint war ein mittelalterliches Kruzifix.

 

Wie mir die Pressestelle der Stiftung Stadtmuseum Berlin mitteilte, wurde die sehenswerte Leber-Ausstellung jetzt bis zum 3. Oktober verlängert. http://www.stadtmuseum.de/ausstellungen/wolfgang-leber

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