Notizbuch: zum grünen Wald

25 09 2016

Sonntag, 25. September 2016

Seit 44 Jahren´, seitdem ich in Berlin lebe, zieht es mich immer wieder an den Grunewaldsee. Früher, als meine jetzt großen Kinder klein waren, ging’s dorthin zum Baden. Später wurde das Jagdschloss das Ziel. Und natürlich immer wieder der See, der sich in einer knappen Stunde umrunden lässt. Übrigens: Wer keine Hunde mag, sollte den See meiden wie die Pest.

Der Grunewaldsee ist Hundeauslaufgebiet, dies – keineswegs unumstritten – praktisch das ganze Ufer, soweit es nicht zum Schutz der Natur eingezäunt ist. Früher gab es eine ausgewiesene Hundebadestelle dem sogenannten Bullenwinkel gegenüber, der früheren FKK-Badestelle. Der Bullenwinkel ist eine Gemarkungsbezeichnung. Als ich nach Berlin kam, dachte ich, das sei ein typisch Berliner Spitzname, weil Ende der 60-er Jahre die Polizei – die „Bullen“ – die Nacktbadestelle immer wieder gewaltsam geräumt hatte. Erst Anfang der 70-er Jahre wurde das Nacktbaden an Berlins Seen salonfähig. Verrückte Welt!

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Menschen dürfen übrigens in dem See seit einem Dutzend von Jahren nicht mehr baden, weder nackt noch verhüllt. Zu viele Schadstoffe! Wegen der Strömung im See war das Schwimmen früher nicht ungefährlich. Zweimal habe ich in meinen Badejahren gesehen, wie aus dem See Ertrunkene geborgen wurden…

Traumhaft schön liegt das Jagdschloss Grunewald am Seeufer. Es ist das älteste erhaltene Schloss der Stadt. Als es Mitte des 16. Jahrhunderts angelegt wurde, war es ein Wasserschloss. Es hieß „Zum grünen Wald“, woraus „Grunewald wurde. Das Schloss liegt übrigens im Ortsteil Dahlem des Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf, während der See zum Ortsteil Grunewald des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf gehört.

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Anfang des 18. Jahrhunderts wurde das Jagdschloss dem Zeitgeist entsprechend im Barockstil umgebaut. Seit etwa 85 Jahren ist das Schloss Museum. Heute besitzt es – was vielen Berlinern und Berlin-Besuchern har nicht bewusst ist – eine große Sammlung von Gemälden von Lucas Cranach d.Ä. und seinem Sohn, Lucas Cranach d.J. Auch deutsche und niederländische Malerei des 15. und 16. Jahrhunderts ist ausgestellt. Aufwendig ist das Innere des Jagdschlosses im Renaissancestil restauriert worden. Herrlich ist im Erdgeschoss der wiederhergestellte Schlosssaal. Martialisch ist ein Teil der Jagdwaffen, die in einem Seitenflügel des Schlosses im Jagdzeugmuseum zu sehen sind.

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Und da ist noch ein paar Gehminuten vom Schloss entfernt Paulsborn, früher ein Gehöft und später das Forsthaus des Grunewalds. Das wunderbar nostalgische Gasthaus im Stil der Neorenaissance wurde 1905 erbaut.

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