Notizbuch: Futtern wie bei Muttern

23 11 2016

Mittwoch, 23. November 2016

Familiär soll es in den neuen Henri-Boutiquehotels zugehen. Und deshalb wird den Gästen abends kein a-la-carte Essen serviert, sondern – Abendbrot, wie daheim. „Jeder kann sich in der Hausküche seine Stullen schmieren“, sagt Eckart Buss, Geschäftsführer der Henri-Hotels, „viele Gäste begrüßen das, weil sie schon mittags warm gegessen haben.“

Dies ist der Bericht zum Thema. Er basiert – bis auf kleine Änderungen und ein größeres Foto-Angebot – auf meinem Artikel, der am Montag dieser Woche in der Fachzeitschrift touristik aktuell [Ausgabe 46/2016] erschienen ist:

Das Abendbrot kostet keinen Cent. Nur für Spezialitäten wie Buletten oder Gulaschsuppe wird ein – geringer – Obolus kassiert. Im ersten Henri, dem im Januar 2013 eröffneten Henri Hotel Hamburg Downtown, funktioniert es laut Buss „schon ganz gut“, die Gäste abends im Haus zu halten.

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Die Küche: Hier schmieren sich die Gäste ihre Stullen

Im neuen Berliner Haus, dem Henri Hotel Berlin Kurfürstendamm – es liegt nicht direkt am Ku’damm, aber in fußläufiger Nähe in der Meinekestraße – lässt sich die abendliche Runde noch optimieren. Das Hotel ist noch im Werden, das Haus wurde erst im April übernommen. „Wir kaufen nie, sondern mieten“, sagt Buss. Besitzer ist Hans-Peter Unger, Ex-Reiseveranstalter und Hotelier, der das Hotel bislang als „Hotel Residenz“ betrieb. Es hatte einen guten Ruf und galt als Hideaway für Künstler, die ihre Ruhe haben wollten. „Das war ein Schauspielerhotel“, bestätigt Eckart Buss, „daran wollen wir anknüpfen.“

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Dass das Hotel durchaus treue Kunden hat, stellten die sieben Gäste unter Beweis, die auch während der härtesten Umbauphase nicht aus dem Hotel wichen. Auch Buss zeigte Treue: „Wir haben das komplette Residenz-Team übernommen.“ Im Mai stand das Musterzimmer zur Verfügung. Inzwischen sind 24 Zimmer fertig, im Januar kommen 16 weitere dazu. Das Dachgeschoss wird für Langzeitwohnungen ausgebaut. Die Gästezimmer gibt es drei Größen: „Kabinett“ bis 17, „La Chambre“ bis 22 und „Salon“ bis 34 Quadratmeter. Alle sind völlig unterschiedlich im Stil der Belle Epoche eingerichtet. „Ich gehe selbst auf Flohmärkte und suche“, sagt Buss.

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Im Stil der Belle Epoche

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Das Hamburger Haus bevorzugt einen ganz anderen Stil, nämlich den der 50-er Jahre. Auch dort ist jedes Detail der Einrichtung sorgfältig ausgesucht worden. Zurzeit entsteht das dritte Haus der noch kleinen Henri-Kette: In Düsseldorf-Pempelfort wird ein Bürohaus zum Hotel im Stil seiner Entstehungszeit, der 60-er und 70-er Jahre, umgebaut und dann auch ausge-staltet. Buss: „Wir passen das Hotel jeweils der Immobilie an und nicht umgekehrt.“ 74 Zimmer wird das Boutiquehotel haben, das im zweiten Quartal eröffnet werden soll.

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Geht selbst auf Flohmärkte: Eckart Buss

Die Idee zu den Henri-Hotels, die unter das Dach neuen Deutschen Hotel & Resort Holding untergeschlüpft sind, wurde im Hamburger Traditionshotel Louis C. Jacob geboren, wo Eckart Buss seit 2002 tätig ist. Der Markenname Henri erinnert an den 1922 gestorbenen letzten Spross der Hotel-Dynastie Jacob, Louis Heinrich Jacob – „er soll von seiner Gattin zärtlich ‚Henri‘ gerufen worden sein“ (Buss).

Künftig soll der Name in alle Welt hinausgetragen werden. Eckard Buss kann sich Henri-Hotels in Frankfurt, Stuttgart oder Köln vorstellen. Ganz oben auf seiner Wunschliste steht München. Zu Wien werden Gespräche geführt. Europaweit wird über Amsterdam, Basel und Zürich, Stockholm und Kopenhagen nachgedacht. Eckart Buss wird noch Jahre damit zu tun haben, Europas Flohmärkte abzugrasen.

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