Notizbuch: im Osten schlechtes Image

27 02 2017

Montag, 27. Februar 2017

Zum Osteuropa-Special von touristik aktuell [das schon vor drei Wochen erschienen ist, aber das Thema brennt mir immer noch unter den Nägeln…] habe ich viele Reiseveranstalter, die großen und die kleineren Spezialisten, befragt. Ich wollte nicht nur die Neuigkeiten zur Saison erfahren, sondern auch wissen, was sie an ihren osteuropäischen Destinationen zu kritisieren haben. Hier das erstaunliche Ergebnis [wie es auch in touristik aktuell veröffentlicht worden ist]:

In einem Punkt sind sich die Anbieter von Reisen nach Osteuropa einig: Das Angebot ist meist erheblich besser, als der Ruf der Destinationen vermuten lässt. Die Länder haben also ein Imageproblem. „Wir wünschen uns von unseren osteuropäischen Nachbarländern mehr Imagewerbung in Deutschland“, sagt denn auch Constanze Köhler, Leiterin des TUI Produktmanagements Europas Osten.

Ins gleiche Horn stößt Diana Ruttar, Produktmanagerin Osteuropa von Wikinger Reisen: „Länder wie Albanien und Rumänien kämpfen leider noch immer mit einem negativen Image.“ Sie würde es begrüßen, wenn die Fremdenverkehrsämter noch stärker an einer Verbesserung arbeiten würden“. Das dürfte den Destinationen eigentlich nicht schwer fallen, denn – so Diana Ruttar – „Gäste, die diese Ziele besucht haben, sind stets begeistert.“

„Bis dato gibt es nur schwache Marketingaktivitäten, eine Verstärkung von Werbemaßnahmen wäre wünschenswert“, kritisiert Rolf-Dieter Maltzahn, Geschäftsführer der DER Touristik Köln, „zudem fehlt es an langfristigen Tourismuskonzepten, einhergehend mit schwacher Unterstützung der Branche seitens der staatlichen Tourismusbehörden.“ Konkrete Kritik äußert Jörg-Dietrich Meltzer, für Russland zuständiger Area-Manager von Studiosus: St. Petersburg boomt, gerade auch bei Kreuzfahrtreisen, ist aber dem Ansturm von den Kapazitäten her – etwa bei Besichtigungen – nur begrenzt gewachsen.“ Außerdem wünscht sich Meltzer „mehr Flugverbindungen von Deutschland nach Russland“.

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Budva: Montenegro in der Kritik

Auf Montenegro schießt sich Wolfgang Schneider ein, Produktmanager Ost- und Südosteuropa & Kaukasus von Ikarus Tours: „Die Flugverbindungen sollten verbessert werden: Au-ßerhalb des Charters haben wir weiterhin ein sehr begrenztes Flugangebot.“ Denn „der Direktflug ab/bis Frankfurt ist nur mit Montenegro Airlines möglich, die Maschinen sind klein und daher schnell ausgebucht.“ Austrian Airlines habe „leider überhöhte Preise und ist daher kaum eine echte Alternative im Veranstalter-Bereich“.

„Rumänien habe „einen nahezu unerschöpflichen Reichtum an Natur- und kulturellen Highlights“, findet Dertour-Produktmanager Matthias Klar, dies spiegele auch die Nachfrage nach Rundreisen wider. Klar: „Leider hakt es nach wie vor an der Infrastruktur.“ Auch die Qualität und das Preis-/Leistungsverhältnis der Hotels an der Schwarzmeerküste fallen laut Klar im Vergleich zu den anderen Destinationen ab.

img_0085Nicht osteuropäischen Destinationen, sondern der EU gibt Jochen Szech, Geschäftsführer von Go East Reisen, einen Rat: „Sie sollte sich schnellstens auf ein pragmatisches Visumsver-fahren einigen und ihr jetziges Verfahren unverzüglich überarbeiten.“

Denn dies führe zu großen Problemen im Deutschland – und im Outgoing-Tourismus, da Länder wie Indien, China und Russland „nachziehen und die Visumbedingungen verschärfen.“

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