Notizbuch: Tsunami der Preise

17 03 2017

Freitag, 17. März 2017

Es ist jedes Jahr zur ITB, der größten Tourismusmesse der Welt, das gleiche. Ein Tsunami an Preisen und Auszeichnungen brandet über die Fachbesucher und das Reisepublikum hinweg. Ich habe mich geduckt, sonst hätte ich vielleicht noch einen Preis bekommen. Ich weiß zwar nicht wofür, aber das spielt [fast] keine Rolle.

Wer jetzt den Verdacht hat, ich sei neidisch auf den einen oder anderen Preisträger, liegt falsch. Neid kenne ich nicht. Und was soll ich mit einer Palme, einem Stadttor, einer gerahmten Urkunde – es gibt meines Erachtens viel zu viele davon. Natürlich gibt es Ausgezeichnete, die diese Auszeichnung verdient haben. Aber bitte, wie will wer feststellen, dass ein Blatt besser ist als das andere, eine Zeitschrift eine Auszeichnung verdienst hat und die andere nicht, eine Agentur bessere Arbeit leistet als die andere, ein Reisebuch zehn andere übertrumpft, ein Messestand origineller ist als 10.999 andere…

Ich habe viele Jahre in der Jury zum Prix ITB gesessen, dem früheren Reisefilmwettbewerb der Messe Berlin. Und ich habe viele höchst zweifelhafte Entscheidungen mitgetragen. Seitdem sind mir Wettbewerbe ein Ärgernis. Weil es einfach keine gerechte Entscheidung geben kann. Journalisten leiden besonders unter der Wettbewerberitis. Denn wenn in einem der vielen Wettbewerbe zehn Teilnehmer ausgezeichnet werden, schreiben zehn eine freudig erregte Pressemeldung, posten Nachrichten in Facebook und schreiben Hurra-ich habe-gewonnen-Blogs.

Die 100 besten Blogs

Apropos: Dieser mein Blog wurde einmal – ohne dass ich mich darum beworben hätte – zu einem der „100 besten Blogs Deutschlands“ gekürt. Ich habe, wenn es mir in den Kram passte, ein wenig damit aufgetrumpft. Dabei habe ich über mich selbst gelächelt. Denn wie will man unter all den Blogs mit Schminktipps, mit Einkaufshilfen, all den Iss-Dich-Gesund- und Schnäppchen-Blogs, den Reisehinweisen und Familienblogs die hundert besten auswählen. Was für ein Unsinn.

Es gibt einen – zugegeben: sehr gemeinen – Spruch: Preise sind wie Hämorrhoiden [ich musste erst mal googeln, wie man das schreibt…], irgendwann kriegt sie jeder Arsch. Ich bitte um Verzeihung.

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