Notizbuch: Craft Beer

21 04 2017

Freitag, 21. April 2017

Nicht nur der Geschmack ist unverwechselbar. Sondern auch die Namen sind’s auch. Stone IPA, Ruination IPA und – besonders witzig – Arrogant Bastard Ale. Die Rede ist von Craft Beer. Diese drei Sorten und noch einige mehr werden in Berlin für ganz Europa gebraut. Und auch an Ort und Stelle ausgeschenkt. Stone Brewing hat das Zeug, eine der größten gastronomischen Attraktionen Berlin zu werden.

Der Reihe nach. Craft Beer ist, vereinfachend gesagt, Bier mit Aroma. Sehr vereinfachend gesagt. Es schmeckt nach Früchten, Schoko, Bananen und wasauchimmer. Der Geschmack kommt von entsprechend gezüchtetem Hopfen. Die Bewegung entstand in den USA. Und schwappt nun über den großen Teich.

Greg Koch und Steve Wagner heißen die beiden Gründer der Stone Brewing Company mit Sitz in kalifornischen Escondido. Letztes Jahr wurde eine zweite Brauerei in Richmond/Virginia gebaut. Gleichzeitig wurde der Plan realisiert, mit der Firma Stone Brewing World Bistro and Gardens den Berliner und europäischen Markt zu erobern. Aber Greg Koch, der Macher, wäre nicht Greg Koch, wenn er für den Coup nicht eine außergewöhnliche Location gewählt hätte: den Marienpark in Berlin-Mariendorf.

Wenn man hundert Berliner nach dem Marienpark fragt, wissen 99 [noch] nicht, was gemeint ist. Der Marienpark ist das Gelände des früheren Gaswerks Mariendorf. Davon zeugen beeindruckende Bauten, die unter Denkmalschutz stehen: ein Gasometer [vom Ende des 19. Jahrhunderts], zwei Kugelgasbehälter [von 1968], ein moderner [hässlicher] 48 Meter hoher Wasserturm [vom Ende der 1969-er Jahre] und ein wunderschöner alter, 29 Meter hoher Wasserturm [von 1900], Dazu eine Reihe alter Industriebauten, die fast alle um 1900 entstanden sind. Ein paar kleine und mittelständische Firmen haben sich schon im Marienpark niedergelassen. Und jetzt Stone Brewing.

Die Ausmaße der Brauerei und der Gastronomie sind gigantisch. 1200 Gäste fassen Außen- und Innenbereich. Die Haupthalle ist 2400 Quadratmeter groß. Steine, Holz, Pflanzenverleihen ihr einen gemütlichen Charme. Die Beleuchtung ist raffiniert, die Musik – live oder vom Band – ebenfalls. Und die Bedienung ist kompetent, jung, pfiffig und fröhlich. Die Zutaten zum Essen, das vorzüglich ist, kommen aus der Region.

Der Gastronomieleiter Wojtek Czech zu Beginn der Brauereiführung

Spannend sind die Führungen durch die Brauerei, die 45 Minuten dauern und mit einer kleinen Bierprobe enden. Sie kosten übrigens pro Person nur drei Euro. Danach schwirrt den Teilnehmern der Kopf vor lauter Biernamen, Hopfensorten, Produktionsabläufen… Aber eines wissen sie danach definitiv: Die 25 Millionen Euro hat Greg Koch in Berlin gut angelegt.

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