Notizbuch: Der Tausendsascha

8 06 2017

Freitag, 9, Juni 2017

Es war auf der ITB 2015 am Griechenland-Stand, da lernte ich Sascha Peter Nitsche kennen. Und schwupps waren wir Freunde. Nicht von der vertrauten, innigen Art. Sondern so, dass wir uns immer freuen, wenn wir etwas voneinander hören. Oder lesen, meist auf Facebook. Eine einwöchige Landrover Tour über Kreta im Mai 2015 hat uns zusammengeschweißt.

Die Tour war abenteuerlich, märchenhaft. Da schon merkte ich, was Sascha für ein Genießer ist. Er genoss die Reise in vollen Zügen. Und er war stets gut gelaunt, niemals und zu niemandem unfreundlich. Ist das immer so bei ihm? Sascha erklärt das so: Ich finde es schwer mit launischen Menschen, ich orientiere mich oft an positiven Dingen, kann diese für mich auch aufnehmen. So erfreue ich mich an meinen Kindern, an meiner Arbeit, aber genauso freue ich mich über Bäume, Pflanzen und ein gesundes Lachen. Wir haben nur ein Leben, also warum soll ich mich immer viel ärgern und schlecht gelaunt durch die Welt ziehen. Es ist so spannend da draußen, da würde mich schlechte Laune nur stören.

Das muss man sich mal vorstellen: Unterschiedlicher hätten die zwei Männer ja nicht sein können, denen ein gemeinsamer Landrover zugeteilt wurde [aus Sicherheitsgründen durfte man nur zu zweit fahren]. Ein noch recht junger und ein schon ganz schön alter, einer, der wahrscheinlich im Schlaf traumhaft sicher autofahren könnte, und einer, der noch nie einen Automatik-Wagen gefahren hatte und sich am ersten Tag auf Beifahren beschränken durfte. Da gab es kein gegenseitiges Meckern, kein Belehren – sondern nur Fröhlichkeit. Das tat gut.

Sascha Peter Nitsche ist in der Branche als Gründer und Chef von solamento Reisen bekannt geworden, einem der führenden Anbieter im Bereich des mobilen Reisevertriebs in Deutschland. Bei aller Munterkeit: Sascha ist ein Arbeitstier. Mit 13 hat er schon angefangen Zeitungen auszutragen. Bis zu seiner Lehre als Reiseverkehrskaufmann hat er viel gejobbt, ob auf dem Bau, in einer Glashütte, als Hosenverkäufer bei C&A oder als Ramp Agent auf dem Flughafen Düsseldorf. Letzteres hat er während seiner Abiturphase gemacht. „Ich hatte das Glück, noch frei mein Ausbildungsberuf auswählen zu können“, erzählt er, „so standen Groß- und Aussenhandels-, Industrie, Immobilien-, Speditions- und schließlich Reiseverkehrskauf-mann zur Wahl.“ So hat er „klassisch im First Reisebüro in Essen eine sehr gute und umfangreiche Ausbildung genossen.“

Und wann und wie ist er auf die Idee mit dem mobilen Vertrieb gekommen? 1997 im Reisebüro – es scheint ein magisches Datum für diesen Vertriebsweg gewesen zu sein, denn paral-lel entwickelte sich dort schon travelNet, wo ich im Januar `99 auch zugestoßen bin. Als ich mit der Idee begann, stand ich eher vor den technischen Herausforderungen – denn Internet und Wlan waren noch nicht da – wie sollten also die Reisen beim Kunden zu Hause gebucht werden. Mein Konzept sah damals nur Partneragenturen (stationäre Büros vor). Die technische Entwicklung der letzten zwei Jahrzehnte hat mir immer in die Karten gespielt und somit konnte ich die Idee über Jahre weiter verfeinern.

Im Hotel Daios Cove, unserem Standquartier während der Landriver-Reise. Rechts: unser Freund Christos Tassakos, Organisator der Tour

Die Digitalisierung hat den Job des mobilen Reiseberaters natürlich viel effektiver, schneller und professioneller werden lassen. Sascha Peter Nitsche: Die Schere zum stationären Vertrieb ging immer weiter zusammen und inzwischen spreche ich auch nicht mehr für solamento vom mobilen Vertrieb als vielmehr vom Anbieter für ein Touristik Home Office. Die Reiseberater selbst können und dürfen frei entscheiden, wie sie und was sie verkaufen. Das gilt somit für die Produktpalette. Mir ist es wichtig, dass wir ein breites Sortiment im Angebot haben, denn der Kunde soll umfassend beraten werden und aus dem breiten Sortiment ein optimales Preis-Leistungsverhältnis erhalten.

Und als sei er nicht ausgelastet, hat der Tausendsassa auch noch einen Reiseveranstalter gegründet, weil wir ohnehin schon oft als Veranstalter aufgetreten sind – nahezu zwangsweise. Die vorhandenen Gesetze sind so gestrickt, d.h. wir haben bereits in der Vergangenheit schon Sicherungsscheine gehabt. Dazu kamen neue An- und Herausforderungen. Denn ich möchte das Risiko von der Mama solamento im Fall der Fälle fernhalten und desweiteren ist solamento der „Vermittler“ und solaselect somit der Veranstalter, es ist sauberer, wir sind flexibler und ich kann beispielsweise meine Ideen wie eine Unterlagenbox viel besser selbst umsetzen.

Zur Zeit baut der Solamento-Chef seine neue Firmenzentrale in Essen – auf drei Etagen kommt dort die solamento Zentrale hin und im Erdgeschoss der neue solamento Flags-hipstore oder besser Reisebüro 2.0 wie ich es mir vorstelle. Emotionen, Erlebnisse und mo-derne Ansprache des Kunden. Vorgesehen ist dort eine AIDA Infotainment Säule mit einer VR Brille und einer 360 Grad Beratung, ein Wohlfühl-Beratungsbereich, eine Silversea Bar und ein großer 85 Zoll TV Bildschirm. Hier werden wir regelmäßige Kundenabende durchführen – die Kunden sollen wieder ins Büro kommen, so oft wie möglich mit uns in Verbindung gebracht werden. Ich hoffe, es gelingt. Ansonsten bauen wir an der Vertriebsunterstützung der Berater, d.h. ab 1.7. kommt mein neuer Vertriebsleiter Thomas Rickert und hier werden wir die Unterstützung bei den Beratern weiter intensivieren um weiter nach vorne zu kommen.

Hat dieser Mensch überhaupt noch so etwas wie Freizeit? Ja, hin und wieder schon. Wenn das Wetter es zulässt, drehe ich ein paar Runden auf meinem Motorrad und lasse mir die frische Luft durch das Gesicht wehen, und dabei kann ich herrlich abschalten. Zuhause muss Sascha als Vater von drei – süßen – Töchtern seinen Mann stehen: Ella ist sechs Jahre alt, Jette zwölf und Nele 14. Sascha: Die Jungs musste ich zukaufen wie Bruno, unseren Hund, und die zwei Hasen Moppel (weil er dick ist) und Mr. Marpel, der eigentlich Ms. Marpel heißen sollte, bis die Tierärztin bei der ersten Untersuchung eine Geschlechtsveränderung von Weibchen auf Männchen feststelle. Saschas Frau unterstützt ihn und die Firma im Mahn- und Rechnungswesen.

Was für ein buntes Leben! In einem Punkt aber – eigentlich in zweien, aber ich will hier nur von einem reden -, in einem Punkt also unterschied sich unsere Ansicht: Ich fand das Lied „Sommer, Sonne Sirtaki“, das er als Sash Voyage singt, ach was: schmettert, und das während der Landrover-Tour immer wieder lief, nicht ganz so toll wie der Verfasser & Sänger. Ich räume aber ein, dass es erträglicher wird, wenn man das – meisterhaft gefilmte – Video dazu sieht! Aber wir bekamen uns auch deswegen nicht in die Haare. Übrigens ließ sich Sascha von mir gerne mit Fisherman’s Friend Mint-Pastillen füttern, die ich immer dabei habe. Seitdem nennt er mich „mein Fisherman’s Friend“.

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