Notizbuch: Lady in Pink

12 12 2017

Montag, 11. Dezember 2017

Für die einen war sie eine Augenweide, für die andere ein Dorn im Auge. Ihr Fingerspitzengefühl für PR-Aktionen fanden die einen amüsant, die anderen nervend. Und was ihre Markenfarbe Pink betraf, trugen die einen sie zum Beispiel bei Sommerfesten herzlich gerne – Schal in Pink, Kostümjacke in Pink, oder auch nur ein Kuli in Pink-, die anderen lehnten solche Be- oder Verkleidung ab, weil sie sich in eine gigantische Markenstrategie eingespannt fühlten. Nein, Jasmin Taylor konnte es nicht allen recht machen.

Fest steht: In der Reisebranche gibt’s jetzt einen Farbtupfer weniger. Jasmin Taylor und ihr Reiseveranstalter JT Touristik hatten etwas Glamour in die sonst so bemerkenswert glanzlose Reisebranche gemacht. Was gab es früher für rauschende Feste zu ITB-Tagen, Abendereignisse, die man besuchen „musste“. Die Lady in Pink hat versucht, etwas Neues auf die Beine zu stellen. Auch wenn es vielleicht viele nervte, dass das Fest erst richtig anfing, wenn die B- und C-Prominenz abfotografiert war. Und ihre Sommerfeste,  ja selbst nur die Informationsabende für Reisebüros – mit denen sie es übrigens überdurchschnittlich gut konnte -, waren durchgestylt. Wasserbälle im Pool, Servietten, ja selbst die Kleiderbügel der Gästegarderobe trugen die Farbe Pink.

Jasmin Taylor; die Berliner Villa dient ihr als Wohnhaus und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern als Arbeitsplatz. Was wird daraus – aus dem Haus und aus den Arbeitsplätzen?

Was wird aus dem allen jetzt? Aus der Villa, in der Jasmin Taylor wohnt und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten? Die Gründerin der Firma wird das Unternehmen jetzt verlassen. Wenn man dem Insolvenzverwalter glauben darf – ich habe da meine prinzipiellen Bedenken –, bleibt die Firma erhalten, wie sie ist. Und die Mitarbeiter behalten angeblich ihren Arbeitsplatz. Wenn man mich fragte, ob ich das glauben könne, würde ich mit einer Gegenfrage antworten: Glaubst Du an den Weihnachtsmann?

Nicht nur mir wird Jasmin Taylor als strahlender Mittelpunkt der [nicht nur] Berliner Reiseszene fehlen. Ich weiß nicht, ob ihre Legende – soweit ich sie kenne – stimmt: mit 17 aus dem Iran nach Deutschland geflohen, Abitur in Bonn und danach mehrere Jahre in den USA, Heirat mit einem Mister Taylor, Studium: Bachelor in Psychologie und Management sowie Master in Human Relations. 2002 Gründung eines Online-Reisebüros und 2009 Gründung des Reiseveranstalters JT Touristik. Der der 135 Ziele Schwerpunkt lag und liegt auf den Vereinigten Arabischen Emiraten.

In Dubai wurde Jasmin Taylor in einem Hotel mit diesem Kuchen, der ihr Konterfei trug, überrascht

Dort, in Dubai, war ich zweimal oder dreimal mit Jasmin Taylor. Es waren wundervolle Gespräche an den Abenden oder beim Tagesausflug in eines der Nachbar-Emirate. Ich habe eine warmherzige und kluge Frau kennengelernt, die einen köstlichen Humor besitzt. Wir sind nicht eng, aber immerhin so etwas wie befreundet.

Ich weiß, dass sie viel Gutes tut, ohne das daraus PR entsteht. Laut Wikipedia ist sie Initiatorin der Organisation SIS – Strong Independent Sisters. Das Projekt unterstützt geflüchtete Frauen aus Ländern wie Eritrea und Syrien u. a. durch kostenlose Sprachkurse und Coachings dabei, sich in Deutschland ein selbstständiges Leben aufzubauen.

Mensch, Jasmin, mach’s jut! Und: Hoffentlich bis bald…

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