Notizbuch: B&B

19 05 2018

Samstag, 19. Mai 2018

Was für ein Sprung: vom wirklich luxuriösen Ikos Resort auf Korfu [5 Sterne] ins gerade eröffnete Budget-Haus B&B Hotel Hamburg-Wandsbek [2 ½ Sterne]. Das Zimmer ist so groß wie im Ikos mein Badezimmer. Aber es ist alles da: ein gutes Bett, Haken, Ablageflächen, Fernseher, Klimaanlage [!], freies W-Lan. Halt, etwas fehlt: der Föhn. Also am nächsten Morgen nicht die Haare gewaschen, nicht geföhnt und keinen Wachs reingeschmiert. Wie Struwwelpeter erscheine ich zum Gespräch mit dem Hoteldirektor.

„Die Föne werden gerade angebracht“, lacht der, „deshalb haben wir den Hinweis an der Rezeption entfernt, dass man sich einen Föhn ausleihen kann.“ Wir sitzen im überraschend großen, sehr farbigen und durchaus gemütlichen Frühstücksraum. Das Frühstück war in Ordnung und seinen Preis, 8,50 Euro, wert. Der Kaffee aus dem Automaten genügte sogar meinen Ansprüchen; wer mich näher kennt, weiß, was das bedeutet.

farbig & gemütlich: der Frühstücksraum

Wolfgang Sparenberg heißt der Hoteldirektor, ein freundlicher, offener Mensch. Mit seiner Frau Bianca betreibe er auch noch das B&B-Hotel Hamburg-Mitte, erzählt er. Betreiben? Ist er nicht Angestellter der Hotelgruppe? Nein, er habe mit seiner Frau eine GmbH gegründet. Über die manage er die beiden Hotels. Das ist also so etwas Ähnliches wie ein Franchise-System. Die Hotel-Gesellschaft  B&B Hotels gibt das Konzept bis ins kleinste Detail vor, die Franchise-Nehmer sorgen dafür, dass der Laden läuft.

Die Rezeption des erst vor knapp zwei Wochen eröffneten B&B Hotel Hamburg-Wandsbek ist rund um die Uhr, also 24 Stunden, besetzt. „Das keine Vorgabe“, sagt Wolfgang Sparenberg, der schon seit über 20 Jahren im Hotelgewerbe tätig ist. Andere B&B-Häuser haben einen Nachtschalter. Über hundert dieser Budget-Hotels gibt es in Deutschland – von A wie Aachen bis W wie Würzburg. Bis 2020 soll die Zahl auf 150 steigen. „Der Markt gibt das noch her“, sagt Wolfgang Sparenberg. Und dann stellt er eine Frage, die er selbst beantwortet. Die Frage: „Wissen Sie, warum es so gut ist, für B&B Hotels zu arbeiten?“ Die Antwort: „Weil es hier nur ein Produkt gibt.“ Eine Anspielung auf die Accor-Gruppe, die vom Budget-Haus bis zum Luxushotel viele Produkte anbietet und wo „mitunter das eine Produkt das andere subventionieren muss“ (Sparenberg).

Jeder Quadratzentimeter ist genutzt

Im Hamburger Haus in der City – und Sparenberg erwartet das auch für sein Wandsbeker Haus – quartieren sich wochentags viele Businessleute ein, am Wochenende mehr Hamburg-Besucher auf Sightseeing-Tour – auch Familien. Die Häuser haben nicht nur Einzel- und Doppelzimmer, sondern auch Dreibett- und Familienzimmer mit Doppelstock-Betten. Sparenberg: „Eine ganze Familie für 90 Euro die Nacht…“ Dass das B&B Hotel Hamburg-Wandsbek 250 Betten besitzt, erfahren übrigens potenzielle Gäste nicht aus dem 150-seitigen gedruckten Hotelverzeichnis. Auch nichts über all den Komfort, den die Häuser bieten. Eigentlich merkwürdig.

 

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