Notizbuch: Mario geht

17 09 2018

Montag, 17. September 2018

Das ist kein Nachruf. Natürlich nicht. Aber ein paar Worte zum Abschied. Nach 19 Jahren verlässt Mario Köpers, Leiter der Unternehmenskommunikation der TUI Deutschland, seinen Schreibtisch. Diese Nachricht hat mich heute geschockt. Fachlich und menschlich spielt Mario in der obersten Liga. Für mich war er von Anfang an der beste Pressesprecher im deutschen Tourismus, Männer wie Frauen berücksichtigt.

Es ist knapp 20 Jahre her, dass ich bei einer Alltours-Programmvorstellung war und begeistert zurückkam. Meiner damaligen Frau Sabine Neumann erzählte ich vom Pressesprecher, den ich dort kennen gelernt hatte: „Sabine, so muss ein Pressesprecher sein. Eloquent und sachkundig, charmant und humorvoll.“ Der, für den ich da schwärmte, war Mario Köpers. Ein paar Wochen später war er Pressesprecher der TUI Deutschland.

In der offiziellen Pressemeldung zu seinem Abschied heißt es: Mario Köpers kam 1999 von Alltours zum Marktführer TUI Deutschland, wo er die Leitung des Pressebereiches übernahm. Vier Jahre später wurde er Pressechef der TUI AG. 2006 verließ der studierte Kommunikations- und Politikwissenschaftler für knapp zwei Jahre den Konzern, um bei der Thomas Cook AG die Gesamtverantwortung für die Konzernkommunikation zu übernehmen. Nach Gründung der TUI Travel PLC kehrte der erfahrene Kommunikationsprofi nach Hannover zurück und wurde bei der deutschen Tochter der TUI Travel Kommunikationsdirektor für Europa Mitte. Nach der Übernahme der TUI Travel durch die TUI AG im Jahr 2014 leitete er die Unternehmenskommunikation der TUI Reiseveranstalter in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Er habe sich vor allem als Krisenprofi einen Namen gemacht, heißt es von der TUI. Zweimal war er Dozent in von mir beim Deutschen Seminar für Tourismus [DSFT] durchgeführten Krisen-Seminaren – fantastisch. O-Ton Pressemeldung: Souverän und professionell steuerte er

die TUI kommunikativ immer wieder durch schwieriges Fahrwasser, etwa bei Streiks, Terroranschlägen und Naturkatastrophen. Für seine Kommunikation während der Aschewolke-Krise, die ganz Europa mehrere Tage in Atem hielt und das Geschäft der TUI vorübergehend zum Erliegen brachte, wurde Köpers 2011 mit dem „Internationalen Deutschen PR-Preis“ ausgezeichnet. Und als noch die „richtigen“ Reisejournalisten über Blogger die Nase rümpften oder zumindest bei deren Erscheinen die Augen verdrehten, hatte Mario Köper deren Wert für die Produkt- und Marken-PR der TUI längst erkannt.

Und dann die menschliche Seite. Immer für ein Gespräch gut, fürs Fachsimpeln, für einen Scherz, eine flüchtige Umarmung. Das wird sich nicht ändern. Mario Köpers wird nach einer Auszeit als PR-Profi selbständig machen.

Warum geht er überhaupt? Klar, dass es offiziell heißt, das geschehe „im besten gegenseitigen Einvernehmen“. Davon glaube ich kein Wort. Vielleicht liege ich falsch, aber ich glaube, Mario Köpers hatte einfach – pardon! – die Schnauze voll. Wer mitbekommen hat, wie schnöde kürzlich aus heiterem Himmel Programmvorstellung und New York-Pressereise abgesagt wurden, weiß, wovon ich rede.

 

 

 

 

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